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Devisen : Türkische Lira wieder auf Talfahrt

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Dunkle Wolken über Istanbul: Nach der Lira-Krise zieht nun die Inflation nach. Bild: AFP

Die kräftigen Zinserhöhungen der türkischen Zentralbank fruchten nicht: Der Kurs der Landeswährung Lira rutscht am Mittwoch abermals ab. Gleichzeitig fallen die Staatsanleihenkurse immer weiter.

          Kurze Zeit hatte es den Anschein, als ob die drastischen Zinsanhebungen der türkischen Zentralbank fruchten würden: Der Kurs der Lira wertete Ende Mai von seinem Tiefpunkt bei 47,74 Lira für den Dollar auf 4,56 Lira auf.

          Doch schon da wurde sichtbar, dass es nicht so einfach werden würde. Eine neuerliche Abwertung bekam man mit einer zweiten Zinserhöhung wieder in den Griff, doch am Mittwoch wertet die Lira schon wieder ab.

          Im Handel gegen den Dollar verliert sie 1,3 Prozent auf 4,65 Dollar. Gegen den Euro sind es gar 1,6 Prozent auf 5,59 Lira. Die Rendite der zehnjährige Staatsanleihe steigt den dritten Tag in Folge auf nunmehr 15,24 Prozent. Grund ist eine Schwemme neuer Schulden, die die Regierung in der kommenden Woche aufnehmen will. Das türkische Finanzministerium will nächste Woche 13,4 Milliarden Lira (2,9 Milliarden Dollar) an Anleihen verkaufen.

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          Am Markt wird die hohe Unsicherheit über den Ausgang der Parlaments- und Präsidentschaftswahl in der Türkei genannt, die in eineinhalb Wochen stattfindet. Zudem fehlt es an Liquidität, da am Donnerstag Feiertag ist. Präsident Recep Erdogan führt nach einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg beauftragten Umfrage nur mit einem hauchdünnen Vorsprung.

          Die Zinserhöhungen der Zentralbank um 500 Basispunkte in den vergangenen zwei Monaten scheinen das Vertrauen jedenfalls nicht wiederhergestellt zu haben. Erdogan, der sich selbst zum "Feind der Zinsen" erklärt hat,  Raten ", sagte Investoren in London letzten Monat, dass er die Abstimmung gewinnen würde, hatte gegenüber Investoren erklärt, im Fall eines Wahlsiegs eine aktivere Rolle in der Wirtschafts- und Währungspolitik übernehmen zu wollen.

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          Es beunruhige ihn, dass angesichts solch starker Zinserhöhungen, der Markt immer noch den Galuben nicht zurückgewinne, sagte Timothy Ash, Stratege der Blue Bay.  Nach Erdogans Erklärung bestehe offenbar kein Vertrauen in dessen wirtschaftspolitische Instinkte.

          Haushalts- und Außenhandelsdefizit machen die Türkei besonders anfällig für das Auslaufen der weltweit lockeren Geldpolitik.

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