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Sorgen um Banken : Heftige Turbulenzen erschüttern Indiens Börse

Der Druck wächst und die indische Rupie fällt weiter. Bild: AFP

Indiens Börsianer sind alarmiert: Die Sorgen um die Banken wachsen. Eine wirtschaftliche Stabilisierung scheint in Sicht. Unterdessen fällt der Wert der Rupie weiter.

          Dem schwarzen Freitag folgte ein düsterer Montag. Die Aktionäre an der indischen Börse zahlen für die über Jahre mangelnde Aufsicht über die heimischen Banken. Als nun eine der Schattenbanken ihre Kredite nicht mehr bedienen konnte, fielen die Kurse an der Börse in Bombay am Freitag in Minuten von einem Plus von einem Prozent in ein Minus von gut 3 Prozent.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Sonntagnacht entschlossen sich dann Notenbank und Börsenaufsicht, eine seltene gemeinsame Erklärung herauszugeben: „Wir verfolgen die jüngsten Entwicklungen in den Finanzmärkten genau und stehen bereit, angemessen zu reagieren, wenn es nötig wird“, heißt es darin.

          Am Montag ging es weiter bergab: Der Leitindex Sensex verlor weitere 1,5 Prozent und beendete den Handel mit 36.305 Punkten, der Nifty 50 büßte ebenfalls 1,5 Prozent ein. Die Art der Verluste nun fünf Tage in Folge lassen einen Hauch von Krise in Dalal Street in Bombay aufkommen.

          Indiens Leistungsbilanzdefizit nimmt zu

          Genährt wird dies von ökonomischen Unsicherheiten. Zwar wächst Indiens Wirtschaft nach leicht zweifelhaften Angaben der Regierung um 8 Prozent. Doch ist ihr wahrer Zustand am Verlust der Rupie an Kaufkraft im Ausland zu sehen. Gegen den Dollar hat diese seit Jahresbeginn um mehr als 13 Prozent abgewertet und ist damit die schwächste Währung Asiens. Am Montag gab sie weitere 0,4 Prozent auf 72,45 Rupien nach. Das Leistungsbilanzdefizit könnte in diesem Fiskaljahr zum ersten Mal seit 2011 wieder drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts unterschreiten. Das wird insbesondere der Fall sein, wenn der Ölpreis im kommenden Jahr auf 100 Dollar je Barrel (Fass) zulegen sollte, wie am Montag in Singapur vorhergesagt.

          Das wird für die indische Wirtschaft teuer und damit letztlich für die Regierung, die den Treibstoff subventioniert. Indische Fluggesellschaften vergessen nicht nur, den Kabinendruck anzupassen, wie jüngst bei Jet Airways geschehen. Sie haben vor allem übersehen, ihre Preise für Treibstoff abzusichern. Der teure Dollar und der hohe Ölpreis lassen sie nun von Quartalsverlust zu Quartalsverlust fliegen. Man muss schon viel Vertrauen haben, um ihre Aktien heute zu Niedrigpreisen einzukaufen.

          Viel hässlicher aber wirken derzeit die öffentlichen Banken Indiens. Viele sind überschuldet, manche können nicht einmal sagen, wie hoch der Anteil uneinbringlicher Kredite in ihrem Portfolio ist. Dies führt zu wachsender Vorsicht bei den Ausleihungen, was sich wiederum auf das gesamte Investitionsverhalten auswirkt. Trotz des Dauerfeuers an guten Nachrichten seitens der Regierung ist nach einem langen Anstieg des Sensex Vorsicht geboten. Die vergangenen Tage zeigen, dass ein Funke genügen kann, um Panik ausbrechen zu lassen.

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