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Neues Ranking zu Renditen : Das sind Deutschlands beste Dividendenzahler

Der „Walking Man“ vor dem Hauptsitz der Münchener Rück. der Rückversicherer gehört in Deutschland zu den beständigsten Zahlern hoher Dividenden. Bild: dpa

Es ist Dividendensaison. Auch wenn einige schon gezahlt haben, stellen sich Fragen: Wer zahlt am meisten? Und wer zahlt beständig? FAZ.NET hat die Antworten.

          Es ist Frühjahr, die Bäume sind grün, die Blumen blühen und Dividenden werden gezahlt. Von Rekordvolumina ist zu lesen und für manchen Anleger, gerade in Deutschland, wo man das Vergnügen, eine Ausschüttung entgegen zu nehmen, nur einmal im Jahr hat, ist es Zeit sich einzukaufen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bleibt man im Lande und folgt den Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg, so ist das Angebot reichlich genug, auch wenn die höchsten Dividendenrenditen sogar schon gezahlt sind. Mehr als 17 Prozent betrug sie beim Spielwarenhersteller Zapf Creation – wobei man keinesfalls verschweigen sollte, dass dieser zum ersten Mal seit 14 Jahren überhaupt eine Dividende gezahlt hat.

          Immerhin bieten aber mehr als 30 Aktien die Gelegenheit noch in diesem Jahr eine Rendite von mehr als vier Prozent einzustreichen. Allen voran geht die Deutsche Pfandbriefbank, hervorgegangen aus der Depfa und der Hypo Real Estate, eben den beiden Instituten, die vor zehn Jahren in der Finanzkrise eine unrühmliche Rolle gespielt hatten. Der Vorstand hatte Anfang März eine höhere Ausschüttungsquote bis einschließlich 2019 angekündigt und dass man für 2017 den Mehrertrag nach Steuern vollständig ausschütten wolle. Für Dividendenjäger allemal interessant, zumindest eben bis 2019.

          Dividendenpolitik von ProSiebenSat1 hat sich gemausert

          Auf eine mit 6,5 Prozent ebenfalls sehr interessante Rendite kommt der Medienkonzern Pro SiebenSat 1. Dessen Dividendenpolitik hat sich gemausert. Seit 2011 ist der Konzern recht spendabel. Die hohen Renditen aber kommen in den vergangenen Jahren leider auch durch einen seit Beginn des Jahres 2016 fallenden Aktienkurs zustande. Vor zwei Jahren zahlte das Pro7 zwar einen hohe Dividende, doch die Rendite war mit 3,9 Prozent deutlich niedriger.

          Auch die vergleichsweise hohen Renditen des Brokers Lang & Schwarz, des Immobilienunternehmens Noratis und der Beteiligungsgesellschaft GBK und Mutares haben so ihre Tücken. Alle sind eher unregelmäßige Dividendenzahler. Mutares wird nach drei Jahren sinkender Dividenden die Zahlung in diesem Jahr erstmals wieder erhöhen. Noratis kam erst im vergangenen Juni an die Börse und wird in diesem Jahr zum ersten Mal eine Dividende zahlen, zumindest als Publikumsgesellschaft.

          Insofern ist es ratsam, einen Blick auf die Beständigkeit der Dividendenpolitik zu werfen und da ist das Angebot schon rarer. Gerade einmal neun Unternehmen können für sich in Anspruch nehmen, Dividendenrenditen von vier Prozent nicht nur aktuell zu gewähren, sondern dies auch in den zwei Jahren davor getan zu haben und in den beiden kommenden Jahren voraussichtlich zu tun.

          Dabei ist zu konstatieren, dass sich auf der Liste der beständigen und höchsten Dividendenzahler schon seit Jahren immer wieder dieselben Namen auftauchen. Nicht immer sind diese dabei in den Top-Plazierungen zu finden, was daran liegen mag, dass die Aktien aufgrund hoher Renditen gekauft werden. Das lässt die Renditen fallen. Dann werden Gewinne mitgenommen und die Renditen steigen wieder, so dass eine gewisse Zyklizität in der Natur der Sache liegt.

          Dabei sind die Unternehmen, die aktuell auf der Liste der hohen und beständigen Zahler stehen über die Börse kunterbunt verteilt. Ihre Marktkapitalisierung reicht von 200 Millionen Euro im Fall des Wind- und Solarparkentwicklers Energiekontor bis zur Allianz mit 85 Milliarden Euro.

          Nur sechs der neun Unternehmen sind im F.A.Z.-Index vertreten, das Immobilien-Unternehmen Hamborner REIT zudem im S-Dax. Neben Energiekontor ist auch der Personaldienstleister Amadeus Fire in keinem Index vertreten. Die sechs F.A.Z.-Indexwerte teilen sich wiederum gleichmäßig auf die Dax-Familie auf. Drei Unternehmen kommen aus der Finanz-, je zwei aus der Immobilienbranche und der Telekommunikation. Die Auswahl könnte nicht besser sein.

          Mit fast jeder Aktie konnte man in den vergangenen fünf Jahren zufrieden sein. Verluste brachte keine, nur der durchschnittliche Jahresertrag von 1,3 Prozent der Telefonica Deutschland nimmt sich doch etwas dürftig aus. Auch auf Zehn-Jahres-Sicht kann man sich zufrieden geben. Telefonica Deutschland mischt hier nicht mit, weil der Börsengang erst 2012 erfolgt ist. Seitdem kommt die Aktie auf einen Jahresertrag von 3,05 Prozent – was etwa der Wertentwicklung von zehnjährigen Bundesanleihen entspricht.

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