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Private Equity : Auf dem Weg zu neuem Rekordjahr

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Private-Equity-Fall Stada: Eine Mitarbeiterin prüft die Produktion. Bild: dpa

Billige Finanzierungen und großes Investoreninteresse sorgen für einen anhaltenden Private-Equity-Boom in Deutschland. Regional konzentriert er sich auf Südwestdeutschland.

          Private Beteiligungskapital (Private Equity) boomt. Im ersten Halbjahr investierten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland mit 7,3 Milliarden Euro so viel wie noch nie zuvor in einem Halbjahr. Damit ist der deutsche Markt auf dem besten Weg, in diesem Jahr einen neuen Investitionsrekord aufzustellen“, sagt Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Mit 602 Unternehmen wurden genauso viele Gesellschaften finanziert wie im Vorjahreshalbjahr.

          „Ein neues Rekordniveau bei den großen Mehrheitsübernahmen hat maßgeblich zu diesem Ergebnis beigetragen. Aber auch im Venture Capital-Segment und bei den Minderheitsbeteiligungen liegen die Investitionen auf gutem Kurs“, sagt des BVK-Vorstandsmitglied Peter Pauli.

          Bereits im letzten Quartal 2016 hätten die Buy-Out-Aktivitäten deutlich angezogen. Das habe sich im ersten Halbjahr 2017 fortgesetzt. Mit 5,91 Milliarden Euro erreichten die Buy-Out-Investitionen einen neuen Höchstwert. Viele internationale, aber auch deutsche Buy-Out-Gesellschaften hätten zuletzt neue Fonds plazieren können und verfügten über entsprechende Finanzkraft. Auch günstige Finanzierungsangebote von Banken und Debt-Fonds sorgten für ein attraktives Umfeld, insbesondere für große Transaktionen.

          Nachdem bereits im letzten Jahresquartal große Übernahmen wie etwa des Baustoffherstellers Xella für Aufmerksamkeit gesorgt hätten, sei über den Sommer etwa die Übernahme des Pharmakonzerns Stada gefolgt. „Ausgehend von den aktuell bekannten Transaktionen erwartet uns ein Rekordjahr bei den Buy-Outs und damit ebenso im gesamten deutschen Private Equity-Markt“, so Hinrichs.

          Auch bei den - meist mittelstandsorientierten – Minderheitsbeteiligungen, also Wachstums-, Ersatz- und Turnaround-Finanzierungen sei es aufwärts gegangen. Deren Volumen habe sich auf 0,94 Milliarden Euro summiert und damit schon im ersten Halbjahr den Wert des gesamten Vorjahres von 0,59 Milliarden Euro übertroffen. Auch hier habe es einige herausragende Einzelinvestments gegeben. „Der öffentliche Fokus auf die großen Transaktionen verkennt, dass die weit überwiegende Zahl der jährlich mehr als 1.000 mit Beteiligungskapital finanzierten Unternehmen kleine und mittlere Unternehmen und Start-ups sind“, sagt Pauli.

          Nachdem die Venture Capital-Investitionen im Jahr 2016 mit 0,93 Milliarden Euro das höchste Volumen seit 2008 erlangten, ist das laufende Jahr auf gutem Weg dieses Investitionsniveau wieder zu erreichen. Im ersten Halbjahr summierten sich die Venture Capital-Investitionen auf 0,43 Milliarden Euro - wie bereits in der ersten Hälfte des Vorjahres. Das Niveau des zweiten Halbjahres von 0,52 Milliarden Euro wurde hier allerdings nicht erreicht. „Deutsche Start-Ups profitieren aktuell von einem lebhaften Investitionsgeschehen. Derzeit ist kein Ende dieses Trends in Sicht und wir rechnen mit Investitionen mindestens auf Vorjahresniveau“, so Hinrichs mit Blick auf das Gesamtjahr.

          Betrachtet man die geographische Verteilung der Investitionen nach Bundesländern zeigt sich das in Deutschland fast erwartungsgemäße Gefälle. Die Investitionen konzentrieren sich auf den südwestlichen Teil Deutschlands, wobei der äußerste Südwesten merklich abfällt. Derweil sind Hamburg, aber vor allem Berlin Inseln in schwächeren Regionen.

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