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Nebenwerte im Portrait (6) : Saubere Tanks und sauberer Strom mit OTI Greentech

An der Kostenschätzung zum Projekt „Überquerung des Sognefjord“ war die OIT-Greentech-Tochter VTT beteiligt. Bild: Norled

OTI Greentech kämpft an vielen Fronten: Ein Name, der nicht ganz zum Geschäft passt und deutlich verfehlte Prognosen.

          Der Name der Holding OTI Greentech klingt nach E-Auto oder Windkraft. Tatsächlich führt er derzeit noch etwas in die Irre. Er stammt von der Keimzelle der Gesellschaft, einem gleichnamigen Schweizer Unternehmen, das auf Reinigungsmittel für Tanks spezialisiert ist.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch die wesentlichen Umsatzbringer der Holding waren zuletzt die norwegischen Unternehmen Rada und VTT, die im Wesentlichen Ingenieurdienstleistungen im maritimen Bereich anbieten. Man habe eine Namensänderung diskutiert, sagt Vorstand Joe Armstrong. Derzeit gebe es aber dringendere Aufgaben. „Außerdem wird der Umsatzanteil von Greentech auf 50 Prozent steigen, wenn sich die Umsätze so materialisieren wie geplant.“

          Prognosen mehrfach verfehlt

          Dass Armstrong bei den Umsatzprognosen Vorsicht walten lässt, hat einen guten Grund. In diesem wie auch im Vorjahr blieb OTI deutlich hinter seinen Prognosen zurück. So wird 2017 aus der geplanten Verdopplung des Umsatzes auf 16 Millionen Euro nichts werden und ebenso wenig wohl aus dem operativen Gewinn.

          Schon 2016 hatte man diese Umsatzgröße erreichen wollen, am Ende reichte es noch nicht einmal für die später in Aussicht gestellten zehn Millionen Euro. „Wir wollen konservativer planen, um verlorene Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen“, sagt Armstrong. Möglicherweise wird das Ergebnis also etwas besser ausfallen.

          2018 sollte dann die italienische Uniservice für einen Schub sorgen, deren Übernahme sich verzögert hatte. Uniservice ist in der maritimen Sicherheit und gleichfalls in der Tankreinigung aktiv. Es gebe allerdings noch Integrationsbedarf, sagt Armstrong. Schließlich sei Uniservice bisher ein Familienunternehmen gewesen.

          Viele deutsche Investoren

          Hoffnungen setzt er auch auf das jüngste Projekt in Nigeria. Hier arbeite man daran, bisher ungenutztes Erdgas zum Zweck der Stromversorgung in flüssiger Form zu Endnutzern zu bringen. Damit könnte Nigeria endlich die schmutzige Stromproduktion via Dieselgeneratoren verringern. Insofern handele es sich hier durchaus auch um Greentech.

          In Deutschland befindet sich derzeit nur der Sitz der Holding in Berlin – und die Aktiennotiz im Freiverkehr der Düsseldorfer Börse. „Wir haben viele deutsche Investoren“, sagt Armstrong. Ob sich darunter noch der Gründer und ehemalige Vorstandsvorsitzende Stephan Rind befindet, ist dem Unternehmen nicht bekannt. Rind wiederum dürfte deutschen Anlegern noch als Chef des Immobilien-Unternehmens Colonia Real Estate in Erinnerung sein.

          Die Aktienkursentwicklung von OTI spiegelt die enttäuschten Erwartungen wider. Seit dem Börsengang über den Mantel der IP Strategy ist der Kurs von 2,50 Euro auf zuletzt 21 Cent gefallen. In diesem Bereich befindet er sich bei mäßigem Handelsvolumen seit einigen Monaten. Dazu beigetragen haben auch Kapitalerhöhungen im Rahmen von Übernahmen und einem Tausch von Gesellschafterdarlehen. Längerfristig will man aber in Frankfurt notiert werden und bis 2020 einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro erreichen und profitabel sein.

          Quelle: F.A.Z.

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