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Nebenwerte im Portrait (7) : DEAG setzt auf breites Entertainment

Wenn Ed Sheeran rockt, steht die DEAG meist dahinter. Bild: Reuters

Der Einstieg ins Festivalgeschäft verlief für die Deutsche Entertainment seinerzeit nicht eben nach Plan. Doch man hat daraus gelernt und stellt sich zunehmend breiter auf.

          Die DEAG Deutsche Entertainment ist kein unbekanntes Unternehmen. Manchmal ist sie es eher nur mittelbar, etwa wenn Ed Sheeran das Wembley-Stadion rockt oder Anna Nebtrenko demnächst die  Konzertsäle in Dubai und Tokio füllt. Bisweilen rückte die DEAG auch mehr ins Rampenlicht, zuletzt vor einigen Jahren im Streit um das traditionsreiche Festival „Rock am Ring“. Für das Unternehmen eine eher unglücklicher Start ins Festivalgeschäft.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Finanzvorstand Ralph Quellmalz hat die Vorgänge damals nicht selbst miterlebt, weil er erst 2016 ins Unternehmen eingetreten ist. Doch bei einem ist er sicher: „Wir haben aus den Erfahrungen gelernt. Der Einstieg in diesem Bereich war die richtige Entscheidung und mit dem Matapaloz-Festival am Hockenheimring hatten wir das bislang erfolgreichste neue Festival in diesem Jahr in Deutschland.“

          Allerdings bleibt das Festivalgeschäft nicht einfach. So musste das Rockavaria im Februar abgesagt werden – nicht etwa mangels Zuspruch, sondern weil es nicht gelungen war, einen schlagkräftiges Angebot zusammenzustellen. „Das Umfeld von Festivals hat sich sehr verändert. Für uns ist es wichtiger, die Künstler auch für weitere Veranstaltungen zu gewinnen. Wir gehen daher selektiver und opportunistischer vor.“

          DEAG DT.ENTERTAINM. O.N.

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          Ausgeprägt volatil sei das Veranstaltungsgeschäft aber nicht. Das treffe am ehesten noch auf den Rock- und Pop- Bereich zu, doch Schwankungen bei einzelnen Veranstaltungen oder in einzelnen Bereichen gleiche man über die Breite des Angebots aus. Eine Kernkompetenz sieht DEAG deswegen nicht zuletzt im Bereich Klassik. Hier werde viel Wert auf Promotion und Unterstützung gelegt und daher weniger volatil und letzten Endes margenstärker.

          Stolz ist Quellmalz auch auf das hauseigene Format „Christmas Garden“, ein Event der britischen Tochtergesellschaft, das Ende zum zweiten Mal auch in Berlin stattfindet. Diese Illumination des Botanischen Gartens sei unabhängig von Künstlern und nicht duplizierbar. Nicht zuletzt mache auch der erfolgreiche Einstieg in den Ticket-Verkauf über die Plattform myticket.de das Geschäft risikoärmer.

          Das kleine Glück

          Auch sei das Unterhaltungsgeschäft weniger konjunkturabhängig als man vielleicht meinen könnte. „Gerade junge Leute sparen eher woanders. Die Eintrittskarte, das ist oft ein ‚kleines Stück Glück‘ und in Zeiten von Brexit und Terrorgefahr bedeutet es Spaß in schwierigen Zeiten.“ Das Thema Terrorgefahr nimmt man bei DEAG sehr ernst. „Sicherheit steht natürlich ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Wir haben etwa für das Picknick mit den Philharmonikern seinerzeit die Bedingungen deutlich verschärft. An sich ist das Thema jedoch nicht neu – nur die Standards werden zunehmend verfeinert und sind höher als noch vor einiger Zeit.“

          Der Aktienkurs der DEAG kam 2015 deutlich unter die Räder. Hohe Verluste mit dem fehlgeschlagenen „Rock am Ring“-Ersatz „Rock im Revier“ ließen ihn im bis Februar 2016 von 8 bis auf weniger als 3 Euro fallen. Seitdem hat er sich stabilisiert, doch zwischenzeitlich Ausbruchsversuche fielen immer wieder in sich zusammen, zuletzt Anfang Mai als DEAG eine Kapitalerhöhung bekannt gab, um damit den britischen Veranstalter „Flying Music“ zu übernehmen. Großbritannien betrachtet DEAG mittlerweile schon als zweite Heimat, sogar eine Zweitnotiz an der dortigen Wachstumsbörse AIM wird geplant.

          Quelle: FAZ.NET

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