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Nebenwerte im Portrait (3) : FACC - Chinas Luftfahrt lockt

Cleanroom für den Bau von Wingelts für den A350 bei FACC Bild: FACC

Deer Luftfahrt-Zulieferer FACC aus Österreich ist mehrheitlich in chinesischer Hand. Das eröffnet große Möglichkeiten auf dem dortigen Markt.

          Die großen Zulieferer in der Luftfahrt bündeln ihre Kräfte, um Airbus und Boeing die Stirn zu bieten und mit vereinter Kraft neue Märkte in Asien zu erobern. Zum Jahresauftakt verkündete der französische Triebwerks-Ausrüster Safran, dass er den Innenraum-Spezialisten Zodiac für rund 10 Milliarden Euro kaufen will.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor wenigen Tagen folgte dann der bislang größte Paukenschlag in der Branche. Der amerikanische Zulieferer United Technologies vereinbarte die Übernahme des heimischen Rivalen Rockwell Collins zum Preis von 23 Milliarden Dollar in bar und eigenen Aktien.

          Von der großen Auslese, die große Hersteller von Flugzeugteilen jetzt forcieren, lassen sich die Manager der österreichischen FACC AG nicht irritieren. „Wir fühlen uns mit unserem chinesischen Investor für weiteres Wachstum bestens gerüstet und können unsere Vorhaben aus eigener Kraft finanzieren“, heißt es beim Zulieferer aus Ried am Inn.

          Schließlich ist der Spezialist für Leichtbauteile aus Faserverbundwerkstoffen schon seit Jahrzehnten mit den Platzhirschen bestens im Geschäft: Bei Kabinenausstattungen, Triebwerkskomponenten oder den spritsparenden Flügelspitzen (Winglets) sind Airbus, Boeing sowie der kanadische Regionaljet-Hersteller Bombardier stets die wichtigsten Abnehmer.

          FACC AG INH.AKT.

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          Über mehr als 20 Jahre finanzierte das österreichische Familienunternehmen seine Expansion aus eigenen Mitteln. Dann witterten die damaligen Inhaber von FACC die Gunst der Stunde, als 2009 der chinesische Zulieferer Xian Aircraft auf der Suche nach einem westlichen Technologiepartner war. Das staatlich kontrollierte Unternehmen aus Fernost ist über eine gemeinsame Holding auch mit Chinas aufstrebenden Flugzeughersteller Comac verbunden, der vor Wochen Premiere mit seinem selbst entwickelten Regionaljet C-919 feierte.

          Der Ausblick für FACC, über eine direkte Verbindung zu Xian Aircraft und Comac auf dem wichtigsten Zukunftsmarkt der Luftfahrt vertreten zu sein, klang für die Eigner verlockend. Seitdem hält der Hausherr aus China gut 50 Prozent der Aktien, die restlichen Papiere von FACC sind im Streubesitz. „Die Anbindung an Xian eröffnet uns neue Absatzchancen in einer Region, deren Luftfahrt über die nächsten beiden Jahrzehnte jeweils um fast 6 Prozent im Jahr zulegen dürfte“, umschreibt FACC-Manager Manuel Taverne die Perspektiven seines Hauses.

          Großauftrag von Airbus

          Gegenwärtig sind bei chinesischen Flugzeuggesellschaften die zweistrahligen Passagierflugzeuge von Airbus und Boeing heißbegehrt, während Großraumjets wie A380 oder 747 wegen hoher Betriebskosten zu Ladenhütern werden.

          Erst kürzlich zog FACC bei Airbus einen Großauftrag von rund 500 Millionen Euro für die Ausrüstung der A320 an Land. Die Mittelstreckenjets dieses Typs gelten mit einem Auftragsbestand von rund 5000 Stück als Verkaufsschlager im deutsch-französischen Konzern. „Wir kommen unserem Ziel, binnen drei Jahren den Umsatz von rund 650 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro zu steigern, immer näher“, ist Taverne zuversichtlich. In diesem Zeitraum will der Ausrüster rund 700 neue Arbeitsplätze in seinen Fabriken schaffen und gleichzeitig bis zu 100 Millionen in moderne Produktionsabläufe investieren.

          Quelle: F.A.Z.

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