http://www.faz.net/-gv6-91ouj

Rekordanleihe : Österreich begibt erstmals 100jährige Anleihe

Die Wiener Hofburg Bild: Picture-Alliance

Österreich hat eine Anleihe begeben, deren Laufzeit sehr außergewöhnlich ist, aber viele Investoren anspricht.

          Die Nachfrage hat das Angebot um das Zehnfache übertroffen: Die Premiere Österreichs am Kapitalmarkt kann als geglückt bezeichnet werden. Am Dienstag hat das Land erstmals eine Anleihe mit der außergewöhnlich langen Laufzeit von 100 Jahren begeben. Kurz vor der Schließung der Orderbücher verzeichnete die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur Aufträge über 11 Milliarden Euro bei einem Angebot von 1 Milliarde Euro. Es ist die erste Anleihe, die ein Euroland in dieser langen Laufzeit mit einem hohen Emissionsvolumen, das viele Investoren anspricht, plaziert hat. Belgien und Irland haben zwar schon „Jahrhundertanleihen“ begeben, doch richteten sich diese nur an ausgewählte Investoren und hatten mit 50 oder 100 Millionen Euro deutlich geringere Volumina.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Eurozone sind die Anleihen mit 50 Jahren weit verbreitet: Frankreich, Spanien oder Italien emittieren solche Titel regelmäßig. Deutschland hält sich zurück. Die langfristigen Finanzierungsbedürfnisse werden über die 30-jährigen Anleihen abgedeckt. Allerdings äußern institutionelle Investoren, in der Regel Lebensversicherer, angesichts der niedrigen Zinsen immer häufiger den Wunsch nach sehr langen Laufzeiten. Denn sie geben langfristige Finanzierungsversprechen und wollen diese nicht auf Dauer mit kurzfristigen Wertpapieren abdecken.

          Außerhalb Europas sind Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 100 Jahren von Mexiko und zuletzt sogar von Argentinien begeben worden. Auch in den Vereinigten Staaten gibt es eine Diskussion dazu. Die gegenwärtig extrem niedrigen Zinsen können sich die Staaten so auf sehr lange Zeit sichern. Österreich ist in Europa Vorreiter. Im Oktober 2016 hat das Land schon eine Anleihe mit einer Laufzeit von 70 Jahren begeben. Damals hatte der Zinskupon 1,5 Prozent betragen. Nach ersten Indikationen schätzten Investmentbanker die Rendite der 100-jährigen Anleihe auf knapp 2,1 Prozent.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Flaggen der Europäischen Union wehen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel

          Brexit-Verhandlungen : Mogelpackung oder neue Variante von britischem Pragmatismus

          Die neue Grundsatzdiskussion über Visionen und Grenzen der europäischen Einigung ist sinnvoll. Statt mit Schadenfreude auf die Folgen des Brexits für die britische Wirtschaft zu blicken, sollten die 27 EU-Partner lieber über ihre eigene Zukunft nachdenken. Ein Kommentar.
          Der russische Präsident Wladimir Putin beim Besuch einer Flüssiggasanlage Anfang Dezember im Hafen von Sabetta

          Russischer Militäreinsatz : Putin ordnet Teilabzug aus Syrien an

          Der Kremlchef hat zum ersten Mal seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien die Luftwaffenbasis Hamaimim besucht – und sich dort mit dem syrischen Präsidenten Assad getroffen. Dabei machte Putin offenbar eine weitreichende Ankündigung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.