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Starker Franken : Lira-Krise macht Schweizer Notenbank nervös

  • Aktualisiert am

Die Schweizer Nationalbank könnte den starken Franken durch Eurokäufe bald schwächer machen. Bild: dpa

Die Währungskrise in der Türkei lässt den Schweizer Franken weiter an Wert gewinnen. Hält der Trend an, sei laut Experten ein neuerlicher Eingriff der Währungshüter möglich, um die Schweizer Währung künstlich zu schwächen.

          Die jüngste Franken-Aufwertung im Zuge der Währungskrise in der Türkei macht nach Einschätzung von Experten die Schweizer Notenbank zunehmend nervös. Sollte der Franken weiter an Wert gewinnen, halten Analysten neuerliche Interventionen der Währungshüter für möglich, um die Schweizer Währung künstlich zu schwächen. „Ich denke, sie beobachten die Situation ganz genau. Ich glaube, sie sind nervöser als zuvor“, sagte Commerzbank-Devisenexpertin Antje Praefcke. Auch die Währungsstrategen der Privatbank UBP halten neuerliche Eingriffe der SNB für möglich. Denn der Franken hat in den vergangenen Tagen zum Euro deutlich zugelegt. Grund dafür ist die rapide Abwertung der türkischen Lira, die Sorgen vor einem Überschwappen der Krise auf die Euro-Zone schürte. Am Mittwoch kostete ein Euro 1,1288 Franken. Vor einer Woche waren es noch 1,1550 Franken, im Frühjahr 1,20.

          Sollte der Euro unter 1,10 Franken fallen, hält Praefcke Interventionen der SNB für möglich. Auch nach Einschätzung von Credit-Suisse-Experte Maxime Botteron werden Eingriffe ab diesem Niveau wahrscheinlicher. Dann würde die Notenbank verstärkt Euro kaufen, um den Franken zu schwächen. Denn dieser gilt bei Investoren traditionell als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten und ist daher jetzt besonders gefragt. Ein stärkerer Franken macht Schweizer Waren im Ausland weniger wettbewerbsfähig. Die künstliche Schwächung stützt damit die exportorientierte Wirtschaft der Alpenrepublik.

          Die aktuelle Geldpolitik trage den Schwankungen an den Märkten Rechnung, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg. „Die Entwicklungen in den letzten Tagen haben gezeigt, dass die Devisenmärkte weiterhin fragil sind.“ Daher halte die SNB an den Negativzinsen von aktuell minus 0,75 Prozent und der Bereitschaft zu Interventionen am Markt fest.

          Nach Einschätzung von Experten dürfte die SNB im Sommer 2017 das bisher letzte Mal am Markt interveniert haben. Das Ergebnis ihrer nächsten turnusmäßigen Zinssitzung will die Notenbank am 20. September veröffentlichen.

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