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Lautsprecher-Hersteller : Sonos will an die Börse

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Sonos will Geld von Anlegern einsammeln. Bild: Hersteller

Die Firma Sonos trat vor gut 15 Jahren mit der Idee, Musik drahtlos im Haushalt zu verteilen, gegen Elektronik-Riesen an. Mit der Ära der Streaming-Musik kam ihre Zeit, jetzt soll ein Börsengang Geld für mehr Wachstum bringen. Doch dabei werden auch Risiken deutlich.

          Der Anbieter vernetzter Lautsprecher Sonos geht an die Börse. Die Firma aus Kalifornien legte am Freitag ihren Antrag bei der Börsenaufsicht SEC vor. Daraus geht unter anderem hervor, dass Sonos im jüngsten Geschäftshalbjahr bis Ende März 655 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftete und dabei gut 13 Millionen Dollar Gewinn machte. In dieser Zeit seien knapp 3,1 Millionen Geräte verkauft worden - nach 3,9 Millionen im gesamten vergangenen Geschäftsjahr.

          Als Volumen des Börsengangs trug Sonos 100 Millionen Dollar ein - was auch ein vorläufiger Platzhalter-Betrag sein kann. Zu Detail wie Aktienpreis oder Bewertung gibt es in dieser Phase noch keine Angaben. Der Finanzdienst Bloomberg hatte im Frühjahr berichtet, dass Sonos an die Börse mit einem Firmenwert von 2,5 bis 3 Milliarden Dollar gehen könnte.

          Sonos, gegründet 2002, ist ein Vorreiter bei vernetzten Lautsprechern für den gesamten Haushalt. Die Firma erkannte aber recht spät den aktuellen Trend zu sprachgesteuerten digitalen Assistenten in den Geräten. Dieser neue Markt wird von Amazons Echo-Lautsprechern mit der Assistenzsoftware Alexa beherrscht, während Google und Apple auf Aufholjagd gehen. Sonos reagierte und ließ als ersten Schritt die Musikwiedergabe auf seinen Lautsprechern per Sprache über den Echo steuern.

          Größter Aktionär ist Geldgeber KKR

          Inzwischen gibt es auch den Lautsprecher Sonos One mit Alexa an Bord, eine neue Soundbar folgt in wenigen Tagen. Als nächsten Schritt sollen die Geräte auch mit der Konkurrenz-Software Google Assistant nutzbar werden. Als einen Risikofaktor für sein Geschäft nennt Sonos auch, dass man auf die Kooperation der Firmen hinter der Assistenz-Software angewiesen sei.

          Insgesamt wurden dem Börsenprospekt zufolge über 19 Millionen Sonos-Geräte in rund 6,9 Millionen Haushalten weltweit registriert. 61 Prozent davon hätten mehr als einen Sonos-Lautsprecher im Einsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr machte Sonos gut die Hälfte seiner Erlöse von 992 Millionen Dollar in Nord- und Südamerika. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen von 108 auf 124 Millionen Dollar.

          Größter Aktionär von Sonos ist der Geldgeber KKR mit einem Anteil 25,7 Prozent. Es folgen Index Ventures mit 13 Prozent und der Mitgründer und langjährige Chef John MacFarlane mit 12,9 Prozent. Sonos hat dem Börsenprospekt zufolge Geldreserven von rund 118 Millionen Dollar bei knapp 40 Millionen Dollar langfristiger Schulden. Dividenden will Sonos in absehbarer Zukunft nicht zahlen.

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