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KTG Agrar : Durchsuchungen bei ehemaligen Vorständen

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Abgetreten: Siegfried Hofreiter bewegt bei KTG Agrar nichts mehr. Bild: Archiv

Unter skandalösen Umständen ging der Agrar-Konzern KTG Agrar im Juli 2016 pleite. Mehr als zwei Jahre danach durchsucht die Staatsanwaltschaft Räumlichkeiten der damals Verantwortlichen.

          Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat am Mittwoch Wohnungen und Geschäftsräume von ehemaligen Vorständen des insolventen Agrarkonzerns KTG Agrar durchsuchen lassen. Betroffen gewesen seien 19 Objekte in sieben Bundesländern, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Donnerstag. Durchsuchungen gab es demnach in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Bayern.

          Es gehe um den Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung und der unrichtigen Darstellung finanzieller Verhältnisse. Unter den acht Beschuldigten sei auch ein ehemaliges Aufsichtsratsmitglied. Der Frau werde Insiderhandel vorgeworfen.

          Frombach geht davon aus, dass Beweismaterial sichergestellt wurde. Die Auswertung werde vermutlich mehrere Monate dauern. Bei der Polizeiaktion sei niemand festgenommen worden.

          KTG Agrar war mit 800 Mitarbeitern und mehr als 46.000 Hektar bewirtschafteter Fläche, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, der größte deutsche Agrarkonzern. Das börsennotierte Unternehmen hatte Anfang Juli 2016 Insolvenz beantragt. Im Oktober desselben Jahres beschlossen die Gläubiger, KTG Agrar abzuwickeln. Große Teile des einstigen Firmenimperiums übernahm die Gustav Zech Stiftung aus Bremen.

          Im Nachgang wurde bekannt, dass In-House-Verkäufe genutzt worden waren, um die Zahlen zu schönen. Die Luft-Umsätze wurden dann an andere Stelle als Darlehen geführt. Das geliehene Geld floss derweil aus dem Konzern ab, wohl über überhöht abgerechnete Dienstleitungen. Kredite wurden verkauft und von anderen Konzerngesellschaften zurückgekauft.

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