http://www.faz.net/-gv6-96bmz

ICOs : Bei Ausgabe von Kryptowährungen ist Diebstahl alltäglich

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Die Möglichkeit, mit der Ausgabe von Digitalwährungen leicht Geld zu verdienen, hat einige dubiose Emittenten angelockt. Trotz zweifelhafter Praktiken soll in der Schweiz nun ein Kryptowährungsfonds entstehen.

          Die Unternehmensberatung EY warnt vor den Praktiken bei der Ausgabe neuer virtueller Währungen (sogenannte Initial Coin Offerings (ICO)). In einer am Montag veröffentlichte Studie kommt sie zu dem Schluss, dass Investoren dabei im Durchschnitt mehr als zehn Prozent ihres Kapitals gestohlen werden. Bei den untersuchten 372 ICOs seien von den insgesamt eingesammelten 3,7 Milliarden Dollar rund 400 Millionen abhandengekommen - meist durch Hacker-Angriffe.

          EY kritisiert auch die Informationspolitik der Emittenten. „Wir waren schockiert über die Qualität einiger White Paper", sagte Paul Brody, Experte für die Blockchain-Technologie. Außerdem gebe es Interessenkonflikte zwischen Emittenten und Haltern der Cyber-Devisen. In einigen Fällen stießen die Verfasser der Studie auch auf Falsch-Informationen. So schließe beispielsweise ein White Paper die Ausgabe weiterer Anteile der zugehörigen virtuellen Währung aus, während in der Software eine Möglichkeit hierfür vorgesehen sei.

          Unterdessen hat die Nordea Bank, die größte Nordeuropas am Montag ihren Mitarbeitern ab März untersagt, Kryptowährungen zu handeln. Der Vorstandsvorsitzende Casper von Koskull hatte Bitcoin zuletzt als absurd und unlogisch bezeichnet.

          BTC/USD

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Nicht entmutigen lässt sich dadurch das Schweizer Fintech-Startup Crypto Finance. Dieses will für einen Krypto-Währungen-Fonds bis Ende Januar rund zehn Millionen Dollar einsammeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Fonds soll einen Blue-Chip-Index für Krypto-Währungen verfolgen, der von der Schweizer Börse berechnet wird. Dieser ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und beinhaltet bisher Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum und Litecoin, könnte aber auf 10 Währungen ausgeweitet werd

          Weitere Themen

          Türkische Lira stürzt weiter ab

          Neue Rekordtiefs : Türkische Lira stürzt weiter ab

          Die türkische Lira hat in der Nacht zum Mittwoch sowohl zum Euro als auch zum Dollar deutlich an Wert eingebüßt. Für einen Dollar mussten bis zu 4,82 Lira und für einen Euro bis zu 5,72 Lira gezahlt werden - so viel wie noch nie.

          Topmeldungen

          DSGVO : Was der neue Datenschutz angerichtet hat

          Blogs schließen, Twitter sperrt Nutzerkonten, ein Vereinsvorstand tritt zurück. Nur Facebook kann die Daten seiner Nutzer besser verwerten. Die neuen Datenschutz-Regeln haben kuriose Folgen. FAZ.NET präsentiert eine Auswahl.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.