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Jim Rogers : „Der nächste Kurssturz wird der schlimmste unseres Lebens“

  • Aktualisiert am

Jim Rogers 2011. Bild: Picture-Alliance

Der berühmte Investor Jim Rogers ist 75 Jahre alt – und glaubt, dass der härteste Börsencrash seines Lebens noch vor ihm liegt. Für düstere Prognosen ist er bekannt.

          Der bekannte Investor Jim Rogers warnt vor einem großen Kurssturz. „Wenn wir wieder einen Bärenmarkt bekommen“, sagt er – also eine Phase fallender Kurse – „und wir werden wieder einen Bärenmarkt bekommen, dann wird es der schlimmste unseres Lebens“, sagte der 75-jährige der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Überall sind Schulden, und sie sind jetzt viel, viel höher.“

          Anders als viele junge Investoren in Amerika, die in den vergangenen Tagen vom heftigsten Kurssturz seit sechs Jahren überrascht wurden, hat Rogers schon einige schlechte Börsenzeiten erlebt: den „Schwarzen Montag“ 1987, die Asien-Krise in den späten 90ern, das Platzen der New-Economy-Blase oder die Finanzkrise von 2007 an.

          Reich wurde Jim Rogers mit dem Hedge-Fonds „Quantum“, den er gemeinsam mit dem Spekulanten George Soros 1970 gründete. In zehn Jahren wuchs der Wert des Fonds um das Vierzigfache. Rogers setzte sich zur Ruhe und fuhr zweimal um die Welt. Er entwickelte den Rogers-Index für Rohstoffe. 2007 zog er von New York nach Singapur – mit der Begründung, er halte Asien für den Kontinent des 21. Jahrhunderts.

          Rogers warnt seit vielen Jahren

          Seit Jahren warnt er davor, dass die Weltwirtschaft gefährdet sei. „Denken Sie nur an die Schulden! 2008 hatte die Fed Staatsanleihen für 800 Milliarden Dollar im Besitz – jetzt sind es fünf Billionen. Das ist sechsmal so viel in nur acht Jahren“, sagte er in einem F.A.S.-Interview 2016. „Die Europäische Zentralbank oder die japanische Notenbank sind keinen Deut besser. Auch denen fällt nichts anderes ein, als Geld zu drucken, Geld zu drucken und noch mehr Geld zu drucken.“

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          Bisher ist der von Rogers prophezeite große Kurssturz allerdings noch nicht eingetreten. Auch die Marktturbulenzen der vergangenen Woche waren im Ausmaß verhältnismäßig klein. Am Markt spottet man schon über Rogers. Bloomberg zitiert den ehemaligen Goldman-Sachs-Banker und heutigen Manager des Internetkonzerns Alibaba Mike Evans: „Jim hat über schwere Rückschläge gesprochen, seit ich vor 30 Jahren mit dem Geschäft begonnen habe. Deshalb bin ich sicher, dass er irgendwann Recht haben wird.“

          Rogers selbst sagt, er sei schlecht darin vorherzusagen, wann seine Voraussagen wahr werden. „Vielleicht wird sich die Sorglosigkeit wieder durchsetzen, bis März, wenn die Zinsen steigen.“

          Rogers ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 2003 und 2008 geboren wurden. Er erzählt, seine älteste Tochter habe fünf Sparschweine: eines für Singapur-Dollar, eines für amerikanische Dollar, eines für chinesische Renminbi, eines für Euro und eines für Schweizer Franken. „Von mir bekommt sie das Geld in Singapur-Dollar und manchmal in Renminbi, wenn wir in China sind“, sagte er 2009 in einem Interview mit der F.A.S. „Aber sie hat ja auch Großeltern, und von denen bekommt sie gelegentlich amerikanische Dollar.“

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