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Neues iPhone : Zu wenig für neue Hochs

Apples neues iPhone hat die Erwartungen erfüllt: Nicht genug für neue Kurshochs. Bild: Apple

Das neue iPhone X ist raus und der Aktienkurs von Apple fällt erst einmal. Die Erwartungen an das Gerät wurden erfüllt - und darauf hatten die Anleger schon im Vorfeld gekauft.

          Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein einziges Produkt die Wall Street in den Bann zieht. Das neue iPhone X von Apple gehört zu diesen besonderen Objekten. Seit Monaten rankten sich Gerüchte um die neueste Version des größten Umsatzbringers des kalifornischen Elektronikkonzerns.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Doch die wichtigsten Informationen waren schon durchgesickert bevor Tim Cook, der Vorstandsvorsitzende von Apple, am Dienstag die Bühne des Steve-Jobs-Theaters in der neuen Hauptverwaltung des Konzerns in Cupertino betrat. Da Cook dann nur die Gerüchte bestätigte, tat und tut sich an der Börse wenig, nachdem das neu iPhone nun da ist.

          An der Nasdaq gab der Aktienkurs bei hohen Handelsumsätzen um 0,4 Prozent auf knapp 161 Dollar nach und in Deutschland liegt der Kurs am Mittwoch ein Prozent im Minus.

          Apple Inc

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          Es ist ein klassischer Fall von „Buy the rumour, sell the fact“ (Kauf auf Gerücht, verkauf auf Tatsache): In Erwartung dieser Präsentation hatte der Apple-Kurs seit Anfang des Jahres fast 40 Prozent zugelegt und damit dreieinhalbmal so stark wie der breit gefasste amerikanische Aktienindex S&P 500. Am Diensztag dagegen war er für einen Index auf Rekordhoch die zweitstärkste Belastung.

          Schon in den vergangenen Tagen war nach dem Rekordhoch von knapp 165 Dollar die Begeisterung abgeflaut.

          Alles dreht sich um das iPhone

          Mit einem Börsenwert von rund 830 Milliarden Dollar ist Apple mit Abstand das wertvollste Unternehmen an der amerikanischen Börse und hat im S&P 500 ein Gewicht von 4 Prozent.

          Der Siegeszug von Apple an der Börse hängt eng mit dem Erfolg des iPhones zusammen. Mit dem iPhone erwirtschaftet Apple nahezu zwei Drittel seines gesamten Umsatzes – auch wenn die Musikplattform Apple Music, der Bezahldienst Apple Pay, der Kundendienst Apple Care sowie der App Store stark wachsen.

          Bild: F.A.Z.

          Das Jubiläums-iPhone X spielt für die Bewertung der Apple-Aktien eine entscheidende Rolle. Die meisten Analysten gehen von einem neuen „Superzyklus“ aus. Gemeint ist damit die Einführung einer grundlegend überarbeiteten Gerätegeneration, auf die die iPhones der kommendem Jahre aufbauen werden. Der aktuelle Superzyklus hatte mit der Einführung des iPhone 6 und des iPhone 6 Plus begonnen, die sich von ihren Vorgängern unter anderem durch deutlich größere Bildschirme unterschieden.

          Quartalszahlen im Blick

          Analysten an der Wall Street prognostizierten zuletzt im Durchschnitt weitere Kursgewinne von knapp 9 Prozent für die Apple-Titel. Das durchschnittliche Kursziel belief sich auf 175 Dollar je Aktie.

          Indes deutet die aktuelle Kursreaktion an, dass wohl die prognostizierte Kurskorrektur jetzt stattfindet. Gene Munster, Partner der Risikokapitalgesellschaft Loup Ventures hält in den kommenden drei Monaten einen Rückschlag von bis zu 10 Prozent für möglich. „Dafür gibt es einen einfachen Grund. Der Aktienkurs ist im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent gestiegen, weil Investoren für das iPhone eine Rückkehr zum Wachstum antizipierten“.

          Anleger würden ihre Aufmerksamkeit auf das erste und zweite Quartal des kommenden Jahres verlagern, in denen klar werden würde, ob das neue iPhone die Erwartungen erfüllt.

          Die Erwartungen der Anleger an Apple seien angesichts der starken Kursgewinne sehr hoch, sagt Peter Boockvar, Analyst bei der Beratungsgesellschaft Lindsey Group.

          Keine lange Korrektur

          Folgt man der Historie, dürfte die Kurskorrektur nicht lange dauern. Nach Berechnungen des „Wall Street Journal“ ist der Aktienkurs von Apple in der Woche nach der Präsentation eines neuen iPhone im Durchschnitt um 1,6 Prozent gefallen. Schon einen Monat nach der Markteinführung neuer iPhones aber war der Kurs wieder um durchschnittlich 1,3 Prozent und ein halbes Jahr später schon um mehr als 13 Prozent gestiegen.

          Dafür muss Apple aber gute Zahlen „liefern“, wie Analysten es nennen. Eine Vorstellung von den Erwartungen bietet Michael Olson, Analyst der Investmentbank Piper Jaffray. Olson geht davon aus, dass Apple in den kommenden 12 Monaten rund 242 Millionen iPhones verkaufen kann – rund 14 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2016.

          Quelle: F.A.Z.

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