http://www.faz.net/-gv6-95i56

Sicherheitslücke bei Prozessor : Intel-Chef hat Aktien rechtzeitig verkauft

  • Aktualisiert am

Intel-Chef Brian Krzanich hat derzeit einiges zu erklären. Bild: Reuters

Manches sieht einfach dumm aus. Zum Beispiel, wenn Intel-Chef Krzanich von einer gravierenden Sicherheitslücke weiß und dann Aktien verkauft, bevor es bekannt wird.

          Es gibt eine Gruppe von Anlegern, die den Aktiengeschäften von Unternehmenslenkern und -eigentümern große Bedeutung beimisst. Nicht immer zurecht. Denn auch Vorstände optimieren gern ihr Portfolio. Und manchmal wollen sie auch nur ein Haus kaufen.

          Wenn aber ein Vorstandsvorsitzender 80 Prozent seiner Aktien verkauft und kurze Zeit später schlechte Nachrichten kommen, liegt es schon nahe zu vermuten, dass es da einen Zusammenhang gibt.

          Vorstandschef verkauft rechtzeitig

          Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist genau dies jetzt beim Prozessorenhersteller Intel passiert. Dieser steht unter Druck, seit am Mittwoch bekannt wurde, dass es auf seinen Prozessoren eine nicht unerhebliche Sicherheitslücke gibt, die zum Ausspähen sensibler Daten wie Passwörtern genutzt werden kann.

          Als ob das für Vorstandschef Brian Krzanich nicht schon unangenehm genug wäre, dürfte es für ihn persönlich jetzt noch ein wenig heißer werden. Denn im November hat Krzanich, teilweise im Rahmen von Optionsgeschäften, insgesamt rund 890.000 Aktien verkauft und nur noch rund 250.000 behalten. Dies sei das absolute Minimum, was er als Vorstandsvorsitzender von Intel an Aktien des Konzerns besitzen müsse, schreibt der Börsendienst The Motley Fool.

          Gut verdient

          Auch wenn wohl nur Krzanich selbst weiß, warum er tatsächlich verkauft hat, so ist doch bezeichnend, dass das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt offenbar über die am Mittwoch bekannt gewordene Sicherheitlücke informiert war. Die Verkaufsabsicht machte Krzanich pflichtgemäß Ende Oktober bekannt, über die Sicherheitslücke soll Intel aber schon im Juni informiert gewesen sein. Von Intel heißt es jedenfalls, beides habe nichts miteinander zu tun gehabt.

          Verdient hat der Manager jedenfalls gut. Denn die 644.135 Aktien, die ihn im Rahmen von Optionen zustanden, kosteten zwischen 13 und 27 Dollar, während er sie für 44,05 Dollar verkaufen konnte. Sein Gewinn wird von Beobachtern auf 25 Millionen Dollar taxiert.

          Intel Corporation

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Besorgt scheinen die Anleger jenseits des Atlantiks schon zu sein. Nachdem der Aktienkurs im regulären Handel schon um mehr als drei Prozent auf 45,26 Dollar gefallen war, ging es nachbörslich auf 42,9252 Dollar abwärts. Damit summieren sich die Kursverluste in Amerika auf mehr als 8 Prozent.

          Diesseits des Atlantiks halten sich die Kursverluste in engeren Grenzen. Seit Mittwochmorgen hat die Notierung 5,5 Prozent nachgegeben, am Donnerstag sind es bislang knapp zwei Prozent.  

          Weitere Themen

          China im Goldrausch Video-Seite öffnen

          Währungsreserven : China im Goldrausch

          Gold gilt für viele Menschen immer noch als Inbegriff von Sicherheit – auch für Notenbanken. China hat seine Bestände zuletzt sogar verfünffacht. Und wie steht es mit Deutschland?

          Auf lange Sicht hohes Potential

          Anlegen in Technologie (1) : Auf lange Sicht hohes Potential

          Den ersten auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Publikumsfonds in Europa hat Allianz Global Investors vor mehr als einem Jahr aufgelegt. Der Fonds verwaltet inzwischen 955 Millionen Euro. Wie ertragreich ist das Thema für Anleger?

          Topmeldungen

          Scheue Gläubiger : Amerikas Zinsproblem

          Die Finanzierung der gigantischen amerikanischen Staatsschulden wird teurer. Das erhöht die Abhängigkeit Amerikas von den Gläubigern – und ist lange nicht das einzige Problem von Präsident Trump.

          Trockenheit in Deutschland : Die Hoffnung stirbt zuletzt

          In Deutschland herrscht mancherorts extreme Dürre. Die Bauern jammern. Aber noch ist nicht alles auf den Feldern verloren. Und richtig knapp ist das Wasser eigentlich auch noch nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.