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Crowdinvesting : Verluste aus erster Immobilienpleite scheinen kaum noch abwendbar

Mikroapartments (hier in Berlin-Adlershof) entstehen derzeit allenthalben. Bild: dpa

Das Immobilien-Crowdinvesting hatte lange eine weiße Weste. Doch immer mehr verdichten sich die Anzeichen, dass Anleger erstmals Forderungen abschreiben müssen.

          Immer mehr schwinden die Hoffnungen der Anleger von den ersten Verlusten aus einem Immobilienprojekt verschont zu bleiben. Die Plattform Zinsland gab am Mittwoch bekannt, dass vom Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Conrem-Ingenieure GmbH eröffnet worden sei. In diesem Zuge sei die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis mit von Geschäftsführer Heinz Michael Groh an den Insolvenzverwalter übergegangen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zinsland hatte 2016 für ein Immobilienprojekt namens „Luvebelle“ mittels Crowdinvesting 499.500 Euro von 274 Anlegern eingeworben. Damit sollten in Berlin-Tempelhof 52 Mikro-Apartments gebaut werden. .Eigentlicher Bauherr war die Conrem-Tochtergesellschaft Arplan Projektgesellschaft Alpha 1.

          Laut dem Projektinitiator sei der bis August 2017 planmäßig verlaufen. Zudem war das Objekt bereits an einen Investor verkauft worden, der Kaufpreiszahlungen nach Baufortschritt leistete. Daher traf der Insolvenzantrag Plattform und Anleger völlig überraschend. Seit Bekanntwerden der Information hatte Zinsland versucht, eine Rücknahme des Insolvenzantrags zu erreichen, war jedoch damit nicht erfolgreich.

          Mit Eröffnung des Verfahrens habe man nun keinerlei Einfluss mehr auf den Ausgang des Verfahrens. Die Forderungen der 274 Anleger des Projekts Luvebelle seien dem Insolvenzverwalter übermittelt worden, der nun zu prüfen hat, wie viel Geld welchem Gläubiger zusteht.

          Da aber Crowdinvesting wie auch im Fall „Luvebelle“ üblicherweise über Nachrangdarlehen gestaltet wird, sind die Aussichten der Anleger grundsätzlich nicht gut, wenngleich nicht klar ist, welche Masse zur Verteilung zur Verfügung steht. Indes stehen die Anlegerforderungen im Rang grundsätzlich hinter allen Forderungen zurück, sofern diese nicht ebenfalls nachrangig sind.

          Dem Vernehmen nach soll die Insolvenzmasse zwar vergleichsweise groß sein, doch gibt es keinerlei belastbare Zahlen.

          Die Forderungen der Anleger sind zwar auch durch eine Bürgschaft der Arplan Development GmbH aus der Grohschen Firmengruppe besichert. Diese sei jetzt fällig gestellt worden, sagte Zinsland-Geschäftsführer Carl-Friedrich von Stechow. Man könne allerdings nicht sagen, ob die Bürgschaft werthaltig ist.

          Zinsland wiederholte, dass man diese Entwicklung nur in Teilen nachvollziehen könne. Über den Fortgang des Verfahrens würden die Anleger ab sofort aber vom Insolvenzverwalter informiert werden.

          Quelle: FAZ.NET

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