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Aktienkurse : Hello Fresh überzeugt die Aktionäre zum Handelsbeginn

„Kochen mit Liebe“: Kann Hello Fresh damit dem Marktführer Blue Apron in Amerika Konkurrenz machen? Bild: dpa

Der Aktienkurs von Hello Fresh steigt direkt nach dem Börsengang. Mit dem Geld will das Start-up jetzt dem Marktführer Blue Apron in Amerika gefährlich werden.

          Das Berliner Start-up Hello Fresh hat am Donnerstag einen ordentlichen Einstand an der Frankfurter Börse gegeben. Zum Handelsbeginn notierte der Aktienkurs des Kochboxenversenders bei 10,60 Euro und damit gut 3,4 Prozent höher als zum Ausgabepreis von 10,25 Euro. „Wir haben noch sehr viel Luft nach oben für neue und existierende Shareholder“, sagte ein sichtlich erleichterter Dominik Richter, Mitgründer und Chef von Hello Fresh, nachdem er die Börsenglocke am Morgen geläutet hatte.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Allerdings hat Hello Fresh die vorbörsliche Preisspanne für seinen Aktienverkauf auch nicht ausgereizt, sie lag zwischen 9 und 11,50 Euro. Zum mittleren Preis waren die Aktien mehrfach überzeichnet, wie aus Bankenkreisen zu hören war. Im Tagesverlauf legte der Aktienkurs um bis zu 6,2 Prozent auf 10,89 Euro zu, schwächte sich in einem ansonsten negativen Marktumfeld dann aber wieder ab und schloss bei 10,59. Der Emissionserlös von Hello Fresh beträgt damit 318 Millionen Euro, der komplett dem Start-up zugutekommt und das Wachstum in Amerika finanzieren soll.

          Risiken werden gering eingeschätzt

          Dort will Hello Fresh Marktführer werden, der Konkurrent Blue Apron macht allerdings noch einen höheren Umsatz. „Wir sind aber auf gutem Weg, die Marktführerschaft zu übernehmen“, sagte Richter. Hello Fresh wachse schneller, weitere Indikatoren wie Zugriffe auf die Bestellseite und die Messung der Kundenzufriedenheit würden dafür sprechen. Der Kurs des amerikanischen Konkurrenten war nach dem Schritt an die Börse im Sommer drastisch eingebrochen, auch deshalb haben viele Analysten den Börsengang von Hello Fresh in Frankfurt kritisch gesehen.

          „Wir schätzen das Risiko, dass es bei uns ähnlich wie bei anderen läuft, als relativ gering ein“, sagte Richter mit Blick auf Blue Apron. Der Aktienkurs des amerikanischen Start-ups lag am Donnerstag zeitweilig gut 7,5 Prozent im Minus, nachdem er vorbörslich wegen guter Quartalszahlen noch 4 Prozent im Plus gelegen hatte. Hello Fresh wird mit einer Marktkapitalisierung von gut 1,68 Milliarden Euro nun mehr als doppelt so hoch bewertet wie Blue Apron.

          BLUE APRON HL CL.A -,0001

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          Auf dem Parkett waren am Donnerstag auch kritische Stimmen zu hören. „Die Geschäftsidee ist per se nicht schlecht. Aber es muss jeder selbst wissen, ob er dem Unternehmen weiterhin Wachstumsraten von 20 Prozent und mehr zutraut“, sagte der Börsenhändler Oliver Roth. Zuletzt hatte unter Anlegern vor allem das starke, aber auch teuer erkaufte Wachstum für Skepsis gesorgt. So stieg der Umsatz im ersten Halbjahr zwar um mehr als 140 Millionen Euro auf 435,5 Millionen, doch der Betriebsverlust (bereinigtes Ebitda) weitete sich von 45,7 auf 46,5 Millionen Euro aus. Allein für Werbung hat Hello Fresh im gleichen Zeitraum 123 Millionen Euro ausgegeben.

          Grund genug für den ehemaligen Bundesligaprofi und heutigen Börsenhändler Roth, Hello Fresh kritisch zu sehen. Für den Mehrheitsaktionär Rocket Internet sei das Start-up nun „ein weiteres Mosaiksteinchen, das sie der Intransparenz zuführen können“, sagte Roth. „Die haben lauter Unternehmen an der Börse, die nichts wert sind, und keiner weiß, warum.“ Für die Berliner Beteiligungsgesellschaft ist es nach Delivery Hero der zweite Börsengang eines Tochterunternehmens in diesem Jahr. Der Anteil von Rocket Internet an Hello Fresh ist durch den Börsengang von gut 53 auf knapp 48 Prozent gesunken.

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