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Geldanlage : So finden Sie die besten Fonds

VIele Anleger sind indirekt über Aktienfonds im Dax investiert. Bild: Reuters

Wer sein Geld in gute Fonds investieren will, muss nicht viel beachten. Auf drei Kriterien kommt es an.

          De Zukunft ist bekanntlich unsicher. Wer wüsste dies besser als Fondsmanager, die das Geld ihrer Anleger stets aufs Neue an den Börsen investieren, um mehr daraus zu machen. Dass dies längst nicht immer klappt, haben die vergangenen Wochen gezeigt: Auf der ganzen Welt sind die Aktienkurse deutlich gefallen. In der Haut eines Fondsmanagers zu stecken ist in diesen Tagen nicht wirklich angenehm.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Noch schwerer haben es allerdings die Anleger. Müssen sie doch darüber entscheiden, welchem Manager sie es am ehesten zutrauen, solch schwierige Börsenphasen zu überstehen. Wählen sie den Falschen aus, verlieren sie im schlimmsten Fall eine Menge Geld. Wie schlecht viele Fonds auf Dauer wirklich abschneiden, legt eine Untersuchung des Analysehauses Morningstar offen:

          Aktienfonds, ob nun aus Deutschland, Amerika oder dem Rest der Welt, entwickeln sich auf Dauer schlechter als Indexfonds (ETF), die die Wertentwicklung von Börsenbarometern wie des Dax oder des amerikanischen S&P 500 einfach nachbilden. Das Spannende an dieser Gegenüberstellung ist: Anders als sonst üblich vergleicht sie die Wertentwicklung klassischer Fonds nicht einfach mit der Wertentwicklung des Dax oder eines anderen Index, sondern mit der Wertentwicklung von ETF. Dies berücksichtigt, dass Anleger auch für ETF Gebühren zahlen müssen, und ist insofern realistischer.

          Die Erkenntnis, dass nur die wenigsten Fondsmanager auf Dauer den Markt schlagen, ist zwar seit den Forschungen des Nobelpreisträgers Eugene Fama bekannt, aber Morningstar belegt sie mit eindrucksvollen Zahlen. Danach schneiden über einen langen Zeitraum von 15 Jahren 81 Prozent aller Aktienfonds schlechter ab als ein vergleichbarer ETF. Besonders schwach entwickelt haben sich amerikanische Aktienfonds: 94 Prozent all dieser Fonds gelingt es über einen Zeitraum von 15 Jahren nicht, ähnliche ETF hinter sich zu lassen.

          Bei deutschen Aktienfonds sieht die Sache zwar etwas besser aus, ist aber auch nicht wirklich überzeugend: 75 Prozent von ihnen liegen im 15-Jahres-Zeitraum hinter vergleichbaren Dax-ETF zurück. Wer sich mit Anleihefonds auf der sicheren Seite wähnt, wird auch enttäuscht: Im Durchschnitt entwickeln sich über einen Zeitraum von 15 Jahren 80 Prozent von ihnen schlechter als ein vergleichbarer ETF.

          Die Wertentwicklung

          Wie also können Anleger die wenigen Fonds finden, die über viele Jahre hinweg überdurchschnittliche Resultate erzielen? Oder sollte man es lieber erst gar nicht erst versuchen und stattdessen gleich voll und ganz auf ETF setzen? Mit diesen Fragen haben sich die Morningstar-Fachleute in einer neuen Studie beschäftigt, die wegen der Zahl der untersuchten Fonds ihresgleichen sucht: 57 000 Fonds unterschiedlichster Ausrichtung, die seit dem Jahr 2005 auf den Markt gekommen sind, liegen der Untersuchung zugrunde. Sie gibt wichtige Hinweise darauf, worauf es bei der Fondsauswahl am Ende ankommt.

          Die erste Erkenntnis dürfte vielen Anlegern bekannt vorkommen. Sie steht verpflichtend als Warnhinweis auf dem Informations- und Werbematerial, das sie beim Kauf eines neues Fonds in der Regel erhalten: Die Wertentwicklung eines Fonds in der Vergangenheit sagt nichts über dessen Wertentwicklung in der Zukunft aus. Das ist nicht schwer zu verstehen: Schließlich kann ein Fonds heiße Wetten auf einzelne Aktien eingegangen sein, die eine Zeitlang gut funktioniert haben, die sich aber irgendwann nicht mehr auszahlen. Einfacher macht diese Feststellung die richtige Fondsauswahl aber nicht: Denn woran soll man sich denn sonst orientieren, wenn nicht an der früheren Wertentwicklung?

          Unruhige Börsenzeiten

          Die Analysten haben herausgefunden, dass es einen Unterschied macht, ob ein Manager selbst in seinen Fonds investiert oder nicht. Aktienfonds, in die der jeweilige Manager auch sein eigenes Geld anlegt, profitieren deutlich davon: In einem Zeitraum von drei Jahren ist eine zusätzliche Rendite von 5,5 Prozent im Vergleich zu ähnlichen Fonds zu erwarten, in die deren Manager nicht investieren. Das Blöde an dieser Erkenntnis ist nur: Sie lässt sich nur eingeschränkt nutzen. Denn die wenigsten Fondsgesellschaften informieren die Anleger darüber, was die Manager mit ihrem eigenen Geld tun.

          In der Praxis hilfreicher ist ein zweites Kriterium: Fonds, die in unruhigen Börsenzeiten aufgelegt werden, entwickeln sich in der Regel erstaunlich gut. Dies gilt sowohl für Aktien-, Anleihe- und Mischfonds (die in Aktien und Anleihen investieren können). Die Analysten erklären sich diesen Vorteil damit, dass Zeiten starker Kursschwankungen zwar anstrengend sind, aber eben auch Gelegenheiten bieten, an die sich neue Fonds mutiger heranwagen.

          Höhe der Gebühren

          Wirklich entscheidend für Anleger ist aber eine dritte Erkenntnis: Nichts ist so wichtig für die zukünftige Wertentwicklung eines Fonds wie die Höhe seiner Gebühren. Je höher die Kosten, desto schlechter ist in der Regel die Wertentwicklung. Das leuchtet unmittelbar ein: Wer höhere Gebühren für einen Fonds zahlt, kann unabhängig von der Entwicklung der Börsen mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass seine Rendite dadurch stärker geschmälert wird, als dies bei einem günstigeren Fonds der Fall wäre.

          So ist es auch kein Wunder, dass es in einem Zeitraum von 15 Jahren keinem einzigen der teuersten amerikanischen Aktienfonds gelungen ist, besser abzuschneiden als ein vergleichbarer ETF. Dies muss nicht zwangsläufig heißen, dass nun jeder Anleger unbedingt ETF kaufen muss, deren Gebühren in der Regel 0,5 Prozent und weniger im Jahr betragen. Aber es bedeutet, dass man sich von teuren Fonds trennen sollte. Auch bei klassischen Aktienfonds sollten Anleger Gebühren von deutlich mehr als 1,5 Prozent nicht mehr akzeptieren.

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