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Hauptversammlung in Frankfurt : Deutsche Börse legt beim Management die Axt an

  • Aktualisiert am

Die DAX-Kurve im Handelssaal der Frankfurter Börse. Bild: dpa

Die angekündigten Einsparungen bei der Deutschen Börse treffen auch die Führungsriege. Aufsichtsratschef Faber erwägt indes seinen vorzeitigen Rückzug.

          Der Sparkurs des neuen Deutsche-Börse-Chefs Theodor Weimer wird auch das Management des Börsenbetreibers treffen. „Wir machen auch vor der Management-Ebene nicht Halt. Wir werden dort bis zu 50 Stellen abbauen, um die Organisation effizienter und agiler zu machen“, sagte Weimer am Mittwoch laut Redetext auf der Hauptversammlung des Finanzkonzerns in Frankfurt. Aufsichtsratschef Joachim Faber kündigte auf der Versammlung indes seinen mittelfristigen Rückzug an.

          Wie viele Stellen bei der Börse mit ihren derzeit rund 5500 Mitarbeitern insgesamt wegfallen werden, sagte Weimer nicht. Einem Medienbericht zufolge könnten es etwa 300 sein.

          Einsparen will Weimer ab 2020 jährlich 100 Millionen Euro, um Investitionen in Wachstum und Technologie des Unternehmens aus eigenen Mitteln stemmen zu können. Kosten wird ihn das einmalig rund 200 Millionen Euro – der Betrag soll vor allem im laufenden Jahr anfallen. Parallel zum Stellenabbau will Weimer in anderen – zukunftsträchtigeren – Bereichen auch Personal einstellen.

          Keine größere Übernahme geplant

          „Wenn wir unsere Wachstumsziele wie geplant erfüllen, werden wir trotz des geplanten Personalabbaus über die nächsten Jahre eine dreistellige Zahl neuer Stellen schaffen.“ Zuletzt hat Weimer bereits den Vorstand umgebaut und die zweite Managementebene ausgedünnt.

          Wachsen will die Börse unter Weimer vor allem durch den Ausbau von fünf Bereichen: Festverzinsliche Wertpapiere, Energieprodukte, Währungen, Dienste für Investmentfonds sowie Daten und Indizes, erklärte der frühere Investmentbanker, der den Konzern seit Jahresbeginn führt.

          Weimer bekräftigte vor den Aktionären, dass er –  im Gegensatz zu seinem Vorgänger Carsten Kengeter, der mit dem Versuch einer Übernahme der Londoner Börse LSE gescheitert war – keine größeren Übernahmen oder Fusionen plant. „Transformatorische Transaktionen bei denen wir nicht die Mehrheit danach halten oder der Sitz des Unternehmens nicht mehr in Hessen liegt, sind für uns keine Option.“

          Faber in der Insideraffäre unter Druck

          Gleichzeitig kündete der nach dem Horrorjahr 2017 unter Druck stehende Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Joachim Faber, seinen mittelfristigen Rückzug von der Spitze des Kontrollgremiums an. Er werde zwar für weitere drei Jahre als Aufsichtsratschef kandidieren, sagte er auf der Hauptversammlung.
          „Ich möchte mir allerdings vorbehalten, einen Übergang im Vorsitz des Aufsichtsrats im Laufe der neuen Wahlperiode vorzubereiten.“ Ein Zeitpunkt dafür sei heute nicht absehbar.

          Einige Investoren der Börse und Stimmrechtsberater hatten zuletzt gefordert, Faber – dem viele eine Mitschuld für die Insideraffäre um den zurückgetretenen Vorstandschef Carsten Kengeter im vergangenen Jahr geben – müsse spätestens nach einem weiteren Jahr an der Spitze des
          Aufsichtsrats seinen Hut nehmen. Sie kritisieren, Faber habe zu lange an Kengeter festgehalten.

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