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Deutsche Bank : Fitch stuft Deutsche Bank herab

Mit ihrer Bewertung stuft Fitch die Bonität der Deutschen Bank nun als durchschnittlich ein. Bild: Imago

Die Ratingagentur Fitch erwartet von der Deutschen Bank keine deutliche Steigerung der Erlöse in diesem Jahr. Sie vergibt dem Geldhaus nun eine schlechtere Note.

          Die Zweifel an der Fähigkeit der Deutschen Bank wachsen, dass sie ihre Ertragskraft deutlich werde steigern können. Nunmehr hat die Ratingagentur Fitch ihre Note der Deutschen Bank von „A-„ auf „BBB+“ mit einem stabilen Ausblick gesenkt. Damit hat sich Fitch in seiner Einschätzung der Deutschen Bank dem größeren Konkurrenten Moody’s angepasst, während der dritte Branchenriese, S&P, die Deutsche Bank noch etwas vorteilhafter sieht. Mit ihrer Bewertung stuft Fitch die Bonität der Deutschen Bank als durchschnittlich ein. Die Märkte für Aktien und Anleihen reagierten zum Wochenschluss nicht sichtbar auf die Nachricht.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Die Analysten von Fitch begründeten ihre Herabstufung mit einem Argument, das seit einiger Zeit von Finanzanalysten und manchen Aktionären der Bank zu hören ist: „Wir gehen nicht länger davon aus, dass die Erträge klare Hinweise auf eine Erholung dieses Jahr zeigen, und wir erwarten, dass weitere notwendige Restrukturierungskosten das Nettoergebnis belasten werden“, heißt es bei Fitch. Die geringen Kursschwankungen an den Finanzmärkten sowie das anhaltend niedrige Zinsniveau würden vor allem in Europa die Marktposition der Bank belasten. Daher werde es länger dauern, verlorene Marktanteile wieder aufzuholen. Fitch verweist darauf, dass die Deutsche Bank später als viele Konkurrenten mit einem Sanierungs- und Umbauprogramm begonnen habe. Daher werde es auch länger dauern, bis die Deutsche Bank diese Arbeiten abschließen könne.

          Kürzlich haben Vorstand und Aufsichtsrat auf ihrer jährlichen Strategietagung in Berlin über die Zukunft der Bank gesprochen. Die grundlegende Strategie ist dabei dem Vernehmen nach nicht in Zweifel gezogen worden. Die Deutsche Bank wird einerseits durch die Integration der Postbank ihr Privatkundengeschäft stärken, das durch den geplanten Verkauf der Tochtergesellschaft in Spanien geschwächt würde. Außerdem befindet sich der Börsengang der Tochtergesellschaft für Vermögensverwaltung, Deutsche Asset Management, in der Vorbereitung. Kürzlich durften vier Kommunikationsagenturen ihre Konzepte für eine Begleitung des Börsengangs intern präsentieren.

          Kurz vor der Veröffentlichung der Rating-Entscheidung hatten die Analysten der Nord LB ihre Einschätzung bekräftigt, die Aktie der Deutschen Bank zum Verkauf zu empfehlen. Das Kursziel entspricht mit 14,50 Euro in etwa dem aktuellen Kurs. Die Aussichten der Bankbranche insgesamt werden von den Analysten dagegen günstiger eingeschätzt.

          Die Aktie der Deutschen Bank Bilderstrecke

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