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Dax unter 12.000 Punkten : Deutsche Aktien deutlich unter Druck

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Die Aktienkurse standen am Dienstag deutlich unter Druck, erholten sich am Abend aber etwas. Der Raketentest Nordkorea und die zunehmende Stärke des Euro belasten.

          Der schwache Trend dieses Sommers am deutschen Aktienmarkt hat sich beschleunigt. Der mit 100 Werten den Gesamtmarkt breit abbildende F.A.Z.-Index fiel am Dienstag um 1,3 Prozent auf 2351 Punkte. Damit hat er sich von seinem Zwei-Jahres-Hoch bei 2501 Punkten von Anfang Juni mittlerweile mehr als 6 Prozent entfernt.

          Der Standardwerteindex Dax gab mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 11.940 Punkte etwas deutlicher nach. Von seinem Allzeithoch bei 12.889 Punkten von Mitte Juni ist der Dax nun fast 8 Prozent entfernt.

          F.A.Z.-Index

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          Den Aktienmarkt belastet derzeit der weiter erstarkende Euro, der mit 1,2024 Dollar erstmals seit Januar 2015 mehr als 1,20 Dollar kostete. 

          Grundsätzlich begründen Fachleute die Euro-Stärke mit der wesentlich robusteren Euroraum-Konjunktur. Zugleich zeigen sich in den Vereinigten Staaten leichte konjunkturelle Bremsspuren. Noch schwerer wiegt die mittlerweile verflogene "Trump-Euphorie": Hatte der Dollar zunächst stark vom Wahlsieg Donald Trumps profitiert, ist von diesen Kursgewinnen nicht nur nichts mehr übrig. Auf dem aktuellen Niveau kostet der Euro schon rund 7 Cents mehr als vor den Präsidentschaftswahlen in Amerika.

          Ausschlaggebend ist die große Ernüchterung darüber, dass Trump bisher keines seiner großen wirtschaftspolitischen Wahlversprechen umgesetzt hat. Dazu zählen in erster Linie eine Gesundheits- und eine Steuerreform.

          EUR/USD

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          Auch der japanische Yen setzte seine Aufwertungsbewegung fort und wird mit 109,046 Yen für den Dollar gehandelt. Im März waren für den Dollar noch mehr als 115 Yen zu zahlen. Der Schweizer Franken kostet mit 1,0545 Dollar gleichfalls deutlich mehr als im Frühjahr. Seinerzeit bestand zwischen den beiden Währungen Parität. Die jüngste Dollarschwäche zeigt sich auch darin, dass der Schweizer Franken nach einem Kursrutsch Ende Juli gegenüber dem Euro seit Anfang des Monats leicht aufgewertet hat.

          Kurzfristig machte auch der neuerliche nordkoreanische Raketentest die Märkte nervös. Die Rakete überflog japanisches Staatsgebiet, was eine neue Eskalationsstufe bedeutete. Dies ließ den Goldpreis um 6 auf 1316 Dollar steigen. Gold ist damit so teuer wie seit fast einem Jahr nicht mehr.

          Gold

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          Allerdings wird auch der Goldpreis ebenfalls von den Entwicklungen um die Notenbankkonferenz in Jackson Hole getrieben. Schon vor dem Raketentest, war der Preis des Edelmetalls am Montag um rund 17 Dollar bis auf 1310 Dollar gestiegen.

          Auch die Reaktion der asiatischen Märkte auf den Raketentest war vernachlässigbar. Selbst Südkoreas Kospi-Index fiel in der Spitze nur um 1,6 Prozent und erholte sich dann. Ob diese Kursentwicklung überhaupt eine Reaktion auf den Raketentest darstellt, scheint also fraglich.

          PROSIEBENSAT.1

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          Am deutschen Aktienmarkt stand besonders der Kurs der Aktie von ProSiebenSat.1 unter Druck. Diese schloss mit 27,94 Euro mehr als 14 Prozent tiefer und damit so niedrig wie seit Oktober 2014 nicht mehr. Dem Medienkonzern macht ein schwacher TV-Markt zu schaffen.

          Auch der Kurs von RTL gab um mehr als 5 Prozent auf 62,35 Euro nach. Damit setzt sich der miserable Trend des Papiers, der im Januar 2014 begonnen hat, weiter fort. Die Kursverluste haben sich seitdem auf fast 40 Prozent summiert. Im Mai 2013 war RTL mit 54 Euro an der Börse gestartet.

          RTL GROUP

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          Quelle: mho.

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