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Reprivatisierung : Crédit Agricole bemüht sich um Commerzbank

Commerzbank-Turm in Frankfurt: Hier möchten viele gern einen Fuß in die Tür setzen. Bild: Reuters

Derzeit sind es nur Planspiele. Doch irgendwann wird die Bundesregierung ihren Commerzbank-Anteil verkaufen. Mit der Crédit Agricole gibt es jetzt einen weiteren Interessenten.

          Zu Wochenbeginn ist ein weiterer französischer Interessent an der Commerzbank aufgetaucht. Nach der größten französischen Bank BNP Paribas, deren Expansion in Deutschland von Staatspräsident Emmanuel Macron befürwortet wird, meldete sich der Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten französischen Bank, Crédit Agricole, Philippe Brassac, zu Wort. „Wenn ein so großes Institut wie die Commerzbank tatsächlich zum Verkauf stünde, müssten wir das als eines der bedeutendsten Institute in der Eurozone sicher analysieren“, sagte Brassac dem „Handelsblatt“. Zwar habe Crédit Agricole in ihrer Strategieplanung bis 2019 festgelegt, sich auf das organische Wachstum zu konzentrieren. „Aber das heißt nicht, dass wir uns interessante Möglichkeiten nicht anschauen werden.“

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Brassac geht es um den Anteil von noch 15 Prozent, den der deutsche Staat an der Commerzbank besitzt. Derzeit erscheint völlig offen, wann die Bundesregierung ihn – derzeit mit fast 3 Milliarden Euro Verlust – auf den Markt werfen wird. Der Umgang mit dieser „Altlast“ aus der Finanzkrise hängt auch davon ab, welche Festlegungen es dazu in den Koalitionsgesprächen geben wird und wer künftig das Amt des Bundesfinanzministers übernehmen wird.

          Das Bundesfinanzministerium reagierte am 21. September, als Gerüchte über ein Interesse der italienischen Großbank Unicredit und von BNP Paribas auftauchten, ungewöhnlicherweise mit einer Stellungnahme. Darin hieß es, derzeit gebe es keine Verhandlungen über den Commerzbank-Anteil. Dies schließt allerdings keineswegs aus, dass Gespräche stattfinden – zumal Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel vor kurzem für ein Zusammengehen von Alstom mit der Bahnsparte von Siemens eingesetzt hat.

          COMMERZBANK

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          Zu Crédit Agricole würde die Commerzbank gut passen, und auch für die Commerzbank böte diese Partnerschaft Chancen. Gemessen am Börsenwert von 44 Milliarden Euro, ist Crédit Agricole etwa halb so groß wie BNP Paribas. Die zweitgrößte französische Bank wäre damit zwar auch klar gegenüber der Commerzbank mit einem Börsenwert von 14 Milliarden Euro der bestimmende Fusionspartner, sie wäre aber nicht ganz so dominant wie BNP Paribas.

          Außerdem hat Crédit Agricole, anders als BNP Paribas mit der Consorsbank (ehemals DAB Bank und Cortal Consors), in Deutschland kein Privatkundengeschäft. Die zweitgrößte französische Bank bietet zwar oft relativ hohe Zinsen für Festgeldanlagen, das in Deutschland eingeworbene Geld wandert aber über den Rhein zur Muttergesellschaft. Insofern könnten die rund 1000 Filialen der Commerzbank in Deutschland für Crédit Agricole eine interessante Erweiterung des Geschäftes darstellen.

          Brassac scheint dies anzudeuten, indem er über das Deutschland-Geschäft sagt: „Unsere Präsenz hier ist eine Erfolgsgeschichte, das Momentum stimmt. Aber es wäre schön, wenn wir den Kunden in Deutschland ein ähnlich komplettes Angebot machen könnten wie heute schon in Italien und Frankreich.“

          Quelle: F.A.Z.

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