http://www.faz.net/-gv6-93dlg

Zinswende : Bank von England tritt auf die Bremse

Die Bank of England hat den Leitzins um 0,25 Basispunkte erhöht. Bild: AP

Erstmals seit einem Jahrzehnt erhöhen die britischen Geldhüter den Leitzins. Zu stark ist die Inflation seit dem Brexit-Votum gestiegen.

          Die britische Notenbank tritt erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt geldpolitisch auf die Bremse: Die Bank von England erhöhte am Donnerstag ihren Leitzins um 0,25 auf 0,5 Prozent. Sie folgt damit als zweite große Zentralbank der amerikanischen Federal Reserve, die bereits vor zwei Jahren die Zinswende eingeleitet hat. Die britischen Geldhüter machen damit ihre jüngste Zinssenkung nach dem Brexit-Schock im Sommer 2016 rückgängig. Der Leitzins bleibt aber im historischen Vergleich extrem niedrig.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Das letzte Mal hat die Bank von England den Leitzins im Juli 2007 nach oben gesetzt. Damals stieg er von 5,5 auf 5,75. Während der kurz darauf losbrechenden Weltfinanzkrise öffneten die Notenbanker die Geldschleusen jedoch weit und ließen sie bis heute offen: Noch nie in den mehr als drei Jahrhunderten seit Gründung der Bank von England haben sich Geschäftsbanken zu so günstigen Konditionen Geld kurzfristig von der Notenbank leihen können wie in den vergangenen Jahren.

          Seit dem Sommer haben die Notenbanker in London aber immer deutlicher einen Kurswechsel signalisiert. Denn seit dem Brexit-Referendum im vergangenen Jahr hat das britische Pfund stark abgewertet, was zu einem Inflationsschub führte. Im September lagen die Verbraucherpreise im Königreich um 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau - und damit klar über dem von der Regierung vorgegebenen Ziel von 2,0 Prozent. Unumstritten ist der Zinsschritt dennoch nicht: Einige Fachleute rieten, angesichts der wirtschaftlichen Ungewissheit durch den bevorstehenden EU-Austritt, zunächst nicht an der Zinsschraube zu drehen.

          Weitere Themen

          Sicherheit für das große Geld Video-Seite öffnen

          EZB hat neue Noten : Sicherheit für das große Geld

          Die neuen 100- und 200-Euro-Banknoten sollen noch sicherer sein und noch leichter zu überprüfen. So sollen Terrorfinanzierung und Geldwäsche besser bekämpft werden können. Ab dem 28. Mai 2019 sollen die neuen Scheine in Umlauf gebracht werden.

          Topmeldungen

          Handelsstreit : Trump dreht an der Eskalationsschraube

          Donald Trump will, dass amerikanische Unternehmen ihre Produktion nach Amerika zurückverlagern – koste es, was es wolle. Vielleicht kommt die strategische Konfrontation mit China schneller als vermutet. Ein Kommentar.
          Nach seinem Glückstreffer kaum zu halten: Christian Pulisic

          Champions League : Dortmunder Zufallssieg

          Nach einem über weite Strecken dürftigen Auftritt beim FC Brügge hat Borussia Dortmund das Glück des Schwerfälligen: Pulisic wird angeschossen, der Ball landet im Tor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.