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Nebenwerte im Portrait (13) : Blue Prism bringt den Roboter ins Büro

Schneller, besser – und fehlerfrei? Mit seinen Robotern will Blue Prism Sacharbeiter im Büro künftig ersetzen. Bild: Bergmann, Wonge

Der britische Softwarehersteller Blue Prism stellt Roboter her, die menschliche Sacharbeiter ersetzen sollen. Die Kursgewinne des Unternehmens sind schwindelerregend. Aber sind sie auch gerechtfertigt?

          Der Begriff sagt nur Fachleuten etwas: Robotics Process Automation heißt das Geschäft, in dem der britische Softwarehersteller Blue Prism aktiv ist. Fotos von Robotern, die in Montagehallen von Industrieunternehmen Autokarosserien zusammenschweißen, hat jeder schon einmal gesehen. Die „Software-Roboter“, die Blue Prism programmiert, machen quasi dasselbe, nur nicht am Fließband, sondern im Büro. Sie sollen menschliche Sachbearbeiter ersetzen, die in Unternehmen und Behörden monotone, stark regelgeleitete Verwaltungstätigkeiten mit geringen Entscheidungsspielräumen erledigen – nur mit dem Unterschied, dass die Roboter-Kollegen fehlerfrei, rund um die Uhr und ohne zu ermüden arbeiten. Zu den Kunden von Blue Prism zählen Großunternehmen wie der Telekommunikationskonzern O2 und die britische RWE-Tochtergesellschaft N Power.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Blue Prism wurde 2001 gegründet und ist damit einer der Pioniere auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz. Seit März 2016 ist das Unternehmen im Start-up-Segment AIM der Londoner Börse notiert. Die Kursentwicklung seither ist spektakulär: Beim Börsengang wurde das Unternehmen mit 57 Millionen Pfund bewertet, die Erstnotiz betrug 1,02 Pfund je Aktie. Heute ist das Blue Prism gut 900 Millionen Pfund wert, der Aktienkurs hat sich, trotz Einbußen in den vergangenen Wochen, auf mehr als 13 Pfund vervielfacht. Davon profitiert haben institutionelle Anleger wie die Versicherung Old Mutual und der Vermögensverwalter Schroders, die Großaktionäre von Blue Prism sind. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Alastair Bathgate hält weiterhin 9 Prozent am Unternehmen.

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