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XRP, NEM, Ripple : Viele Digitalwährungen sind erfolgreicher als Bitcoin

Ripple versucht bestehende Geldsysteme auf Online-Währungen zu übertragen. Bild: Reuters

Wer an Digitalwährungen denkt, denkt an Bitcoin. Dabei ist die Kryptowährung XRP wesentlich erfolgreicher. Das zugrundeliegende System Ripple setzt bei den Käufern vor allem auf eines: Vertrauen.

          Alle Welt redet über die Digitalwährung Bitcoin. Ein Wertzuwachs von 1318 Prozent im Jahr lässt diese glanzvoll erscheinen, wenn Aktienanlagen wie etwa der Dax dagegen mickrige Renditen von 13 Prozent im Jahr einfuhren. Doch unter den Digitalwährungen ist Bitcoin nicht die erfolgreichste, nicht einmal in die Top 10 schafft sie es.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die erfolgreichste Kryptowährung basierte im Jahr 2017 auf Ripple und nennt sich XRP. Ein sattes Plus von mehr als 36.000 Prozent steht zu Buche, eine Einheit kostet aktuell 2,34 Dollar. Damit steht sie mittlerweile auf Platz 2 der wertvollsten Digitalwährungen. Insgesamt beläuft sich die Marktkapitalisierung auf knapp 91 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Bitcoin ist 231 Milliarden Dollar wert, der gesamte Markt für Digitalwährungen 645 Milliarden Dollar.

          Anders als Bitcoin basiert Ripple nicht auf der Blockchain und kann auch nicht „gemint“, also durch Computer erzeugt werden. Im Gegenteil: Während Bitcoin versucht, ein neues, besseres Geld zu schaffen, und damit scheitert, versucht Ripple das bestehende Geldsystem auf Online-Währungen zu übertragen.

          Die Verbindlichkeiten werden dabei in einem öffentlichen Register aufgezeichnet. Dieses Register wiederum ist auf allen Computern des Ripple-Netzwerkes gespeichert. Erst wenn sich zwei Teilnehmer ausreichend vertrauen, kann Geld überwiesen werden.

          Vertrauen sich zwei Teilnehmer nicht ausreichend, versucht das Netzwerk, eine Vertrauenskette zu bilden. Wenn etwa beide Personen einer dritten vertrauen, wird die Transaktion über diese abgewickelt. So sickern – auf Englisch „to ripple“ – Bezahlungen durch das Netzwerk durch. Die interne Währung XRP gilt dabei als Brückenwährung für verschiedene Währungen und als interne Verrechnungseinheit.

          Insgesamt gibt es 100 Milliarden XRP, von denen 55 Milliarden auf die Nutzer des Netzwerkes verteilt werden können. Die Erschaffer von Ripple besitzen selbst 20 Milliarden XRP, weitere 25 Milliarden die Gesellschaft Ripple Labs, die sich zum Ziel gesetzt hat, Ripple weiter zu betreiben. Getragen wird sie von mehreren Investoren, darunter Google, und beraten vom ehemaligen CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg.

          Kurssteigerungen bei günstigen Währungen

          Die zweitbeste Wertentwicklung konnte NEM verzeichnen, die nun bei einer Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar 1,10 Dollar kostet. Auf den Plätzen drei und vier folgen Ardor und Stellar, die 1,85 Dollar und 0,57 Dollar je Einheit wert sind.

          Die größten Kurssteigerungen konnten also Digitalwährungen verzeichnen, die nur wenige Dollar je Einheit kosten. Offensichtlich ist es für viele Käufer reizvoll, in Digitalwährungen einzusteigen, die man mit Pennystocks vergleichen könnte. Statt beispielsweise 10 Euro für 0,00085 Bitcoin zu zahlen, fühlt es sich wohl besser an, für den gleichen Betrag 5 XRP zu kaufen.

          Das Volumen aller 1381 digitalen Devisen beträgt aktuell rund 645 Milliarden Dollar. Das entspricht ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt der Schweiz. Während Ripple sich nach Marktkapitalisierung auf Platz 2 vorgeschoben hat, befindet sich Ethereum auf Platz 3 mit einer Marktkapitalisierung von 85 Milliarden Dollar. Mit weitem Abstand folgt auf Platz 4 die Bitcoin-Abspaltung Bitcoin Cash mit einer Marktkapitalisierung von 44 Milliarden Dollar.

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