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Inmitten der Wirtschaftskrise : Argentiniens Zentralbankchef tritt zurück

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War nicht lange im Amt: Argentiniens Zentralbankchef Luis Caputo ist zurückgetreten. Bild: AFP

Mitten in der schweren Wirtschafts- und Währungskrise in Argentinien ist überraschend der Chef der Zentralbank zurückgetreten. Der Peso-Kurs gerät unter Druck.

          Der argentinische Notenbankchef Luis Caputo ist nach nur drei Monaten im Amt zurückgetreten. Der Rücktritt erfolge aus persönlichen Gründen, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung.

          Er hoffe, dass die neue Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) das Vertrauen in das Land wieder herstelle. Der IWF hatte Argentinien zur Stützung der Wirtschaft neue Kredite gewährt, die nun zeitlich früher als zunächst vereinbart ausgezahlt werden. Caputo war vor seiner Zeit als Notenbankchef Finanzminister. Als Präsident der Zentralbank war er einer der wichtigsten Figuren in der derzeitigen Währungskrise des Landes.

          Caputo ist ein Vertrauter des konservativen Präsidenten Mauricio Macri. Noch für Dienstag ist in Argentinien ein Generalstreik geplant, der das gesamte Land lahmlegen soll. Macri hatte mit dem IWF Hilfskredite ausgehandelt, Argentinien verpflichtete sich im Gegenzug zu weiteren harten Einsparungen, gegen die sich in der Bevölkerung viel Unmut regt.

          Der argentinische Peso hat seit Beginn des Jahres 50 Prozent an Wert zum Dollar eingebüßt. Grund ist vor allem die beunruhigende Entwicklung der Inflation, bis zum Jahresende könnte sie 30 Prozent betragen. Das Land steht außerdem am Rande einer Rezession und hat ein hohes Haushaltsdefizit.

          Nach dem Bekanntwerden des Wechsels an der Notenbankspitze ging es mit der Landeswährung Peso weiter bergab. Sie gab zu Handelsbeginn um 4,6 Prozent zum Dollar nach. Auch an der Börse reagierten die Investoren verunsichert. Der Leitindex Merval in Buenos Aires fiel um mehr als zwei Prozent.

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