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Fed : Amerikanische Notenbank hält Leitzins stabil

  • Aktualisiert am

Keine Veränderung: Der Leitzins bleibt in den Vereinigten Staaten stabil. Bild: Reuters

Der Leitzins bleibt in den Vereinigten Staaten unangetastet – vor allem, weil die amerikanische Wirtschaft floriert, heißt es. Doch schon im Dezember soll wieder an der Zinsschraube gedreht werden.

          Die Ergebnisse der amerikanischen Notenbank haben die Anleger an der Wall Street am Donnerstag weitgehend kalt gelassen. Der Dow Jones Industrial bewegte sich während des gesamten Handels in engen Bahnen und schloss mit einem minimalen Plus von 0,04 Prozent bei 26 191,22 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,25 Prozent abwärts auf 2806,83 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq 100 sank um 0,62 Prozent auf 7158,59 Punkte.

          Die Fed hält trotz der heftigen Kritik von Präsident Donald Trump an ihrem geldpolitischen Kurs fest und hat ihren Leitzins wie erwartet nicht angetastet. Die Notenbank stellte jedoch weitere graduelle Zinserhöhungen in Aussicht.

          Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick seien ausgewogen, die Wirtschaft wachse mit einem hohen Tempo, hieß es im Kommentar zur Zinsentscheidung. Der Arbeitsmarkt sei stark und die Arbeitslosenquote sei gesunken.

          Fed stellt baldige Änderung in Aussicht

          „Ein Fed-Statement im Rahmen der Erwartungen“, kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC-Partners. Die Fed bleibe auf Kurs, um die Zinsen weiter schrittweise zu erhöhen. „Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert, wird die Fed im Dezember das nächste Mal an der Zinsschraube drehen.“ Für die Anleger gebe es „absolut null Überraschungen“.

          Unter den Einzelwerten fielen die Qualcomm-Aktien mit einem Verlust von mehr als 8 Prozent negativ auf. Der weltgrößte Hersteller von Smartphone-Chips hat unerwartet niedrige Umsatz- und Ergebnisziele für das laufende Quartal veröffentlicht. Zuvor hatte Apple angekündigt, in seinen neuen iPhone-Modellen künftig die Chips des Qualcomm-Konkurrenten Intel einzusetzen.

          Der Zahlungsabwickler Worldpay hat seine Zahlen zum dritten Quartal und einen Gewinnausblick auf das Schlussjahresviertel veröffentlicht. Mit Letzterem blieb Woldpay hinter den Erwartungen zurück, so dass die Aktie um 3,1 Prozent nachgab.

          Die Papiere des Energydrink-Herstellers Monster Beverage sackten um 3,2 Prozent ab. Einem Medienbericht zufolge plant der weltgrößte Getränkekonzern Coca-Cola die Markteinführung von zwei Energydrinks unter dem eigenen Markennamen. Coca-Cola ist mit rund 18 Prozent an Monster beteiligt und hält deren weltweite Vertriebsrechte.

          Nach Handelsschluss informierte Walt Disney über die jüngste Geschäftsentwicklung. Der Medienkonzern erzielte im vierten Geschäftsquartal einen Gewinn je Aktie, der klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung lag. Die Disney-Papiere reagierten nachbörslich mit einem Kursaufschlag von 0,8 Prozent auf die Zahlen.

          Der Eurokurs büßte im Handel nach der Notenbanksitzung erheblich an Wert ein. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1362 Dollar, nachdem sie im europäischen Nachmittagsgeschäft noch bis auf 1,1445 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1424 Dollar festgesetzt. Richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen sanken um 1/32 Punkte auf 99 Punkte und rentierten mit 3,24 Prozent.

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