19.03.2007 · Wenn die Blackstone Group an die Börse geht, werden sie zwar eine der größten, aber nicht der erste Finanzinvestor an der Börse. Die Zahl börsennotierter Beteiligungsgesellschaften ist sprunghaft angestiegen und wird nach Ansicht von Fachleuten weiter zunehmen.
Von Daniel SchäferDer mögliche Börsengang der amerikanischen Blackstone Group wirft ein Schlaglicht auf die am Kapitalmarkt gelisteten Beteiligungsgesellschaften. Blackstone will nach amerikanischen Medienberichten rund 4 Milliarden Dollar Eigenkapital an der Börse aufnehmen.
Damit wäre Blackstone zwar einer der größten, aber beileibe nicht der erste Finanzinvestor an der Börse. Zuletzt ist die Zahl börsennotierter Beteiligungsgesellschaften sprunghaft angestiegen und wird nach Ansicht von Fachleuten weiter zunehmen. Die Finanzinvestoren versprechen den Anlegern hohe Renditen - doch auch die Risiken sind in diesem als überhitzt geltenden Markt groß.
Das Gros steckt in geschlossenen Fonds
Noch vor kurzem fristeten Beteiligungsfonds an den Börsen ein Nischendasein. Doch das hat sich rapide geändert. Seit Anfang 2006 hätten Hedge- und Private-Equity-Fonds weltweit mehr als 12 Milliarden Dollar an den Börsen eingesammelt, berichtete David Rubenstein, Gründer des amerikanischen Beteiligungsfonds Carlyle Group, kürzlich auf einer Konferenz.
„Im Jahr 2005 waren es noch 1,5 Milliarden Dollar und in den Jahren davor praktisch so gut wie gar nichts.“ Beteiligungsfonds, die üblicherweise ganze Unternehmen kaufen und diese nach einigen Jahren der Restrukturierung wieder abgeben, haben zuletzt außergewöhnlich hohe Renditen erwirtschaftet. Beispielsweise ist der Private-Equity-Index der Universität Basel mit den 25 liquidesten Beteiligungsfonds der Welt, der LPX Major Market, in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt um mehr als 16 Prozent gestiegen und hat damit die internationalen Standardindizes überflügelt.
Doch bislang werden lediglich rund 2 Prozent des Private-Equity-Kapitals an der Börse eingeworben - das Gros steckt in geschlossenen Fonds, zu denen die meisten Privatanleger keinen Zugang haben. Für die Privatanleger ist das Universum der börsennotierten Beteiligungsfonds schwer zu überblicken - zu unterschiedlich sind die Geschäftsmodelle der Investoren.
Nicht immer gleich das ganze Unternehmen
Die Bandbreite reicht von langfristig orientierten Investoren wie den französischen Gesellschaften Eurazeo und Wendel Investissement, die mitunter Minderheitspositionen an börsennotierten Unternehmen erwerben, über Dachfondsgesellschaften bis zu klassischen Wagniskapitalfonds wie der japanischen Jafco, die mit hohem Risiko in junge Technologieunternehmen investieren. Nicht immer bringen die Investoren gleich ihr ganzes Unternehmen an die Börse.
Im vergangenen Jahr war es in Mode, sich mittels einer eigens gegründeten Investmentgesellschaft Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. Über diesen Weg holte sich der amerikanische Finanzinvestor KKR 5 Milliarden Dollar an der Amsterdamer Euronext - zum Ärger der Wettbewerber. KKR habe einen großartigen Erfolg gehabt - und den Markt für Börsengänge dieser Art zerstört, beklagte sich Blackstone-Vorstandschef Stephen Schwarzman vor wenigen Wochen. Damals verneinte er noch eigene Börsenpläne: „Sich damit abzulenken und die Kosten auf sich zu nehmen - das ist es wirklich nicht wert.“
„Es wird unweigerlich einen Abschwung geben“
Auch den Anlegern hat KKR bislang keine große Freude bereitet: Den Ausgabepreis von 25 Dollar hat der Aktienkurs an der Börse nicht mehr erreicht. Denn neben hohen Gebühren haben diese Gesellschaften für die Anleger einen großen Nachteil: Die Finanzinvestoren parken das eingesammelte Geld zunächst auf niedrig verzinsten Geldmarktkonten, bis sie es in die Übernahmeobjekte investiert haben. Das verwässert die Rendite und ist einer der Gründe dafür, warum Beteiligungsfonds häufig mit einem Abschlag auf den Wert ihrer Beteiligungen (Net Asset Value) notieren.
Manch ein Beteiligungsmanager warnt davor, dass sich die Branche angesichts immer höherer Kaufpreise für die Unternehmen einem kräftigen Abschwung nähere. Für Rubenstein von Carlyle ist insofern die zunehmende Zahl börsennotierter Beteiligungsfonds ein Zeichen für eine Milchmädchen-Hausse: „Es wird unweigerlich einen Abschwung geben.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |