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Veröffentlicht: 14.02.2007, 17:35 Uhr

Optionsscheine Depotschutz ist günstig geworden

Der Dax ist im Höhenrausch. Wer sich gegen einen drohenden Kursabsturz absichern will, kann zu Optionsscheinen greifen. Diese sogenannten Hebelpapiere sind zurzeit dank niedriger Volatilitäten günstig zu haben.

© F.A.Z.

Der Deutsche Aktienindex Dax liegt nur knapp unter der Marke von 7000 Punkten. Binnen vier Jahren hat sich das Börsenbarometer somit mehr als verdreifacht. Aktionäre, denen angesichts solcher Kurshöhen mulmig wird, treffen auf ein positives Umfeld: Sie können ihre Portfolios derzeit vergleichsweise günstig mit Optionen und Optionsscheinen gegen mögliche Kursrückgänge am Aktienmarkt und damit Verluste absichern. Denn die relativ geringe Schwankungsbreite der Kurse (Volatilität) drückt auf die Preise dieser Finanzprodukte.

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Steigende Aktienkurse gehen in der Regel mit niedrigeren Volatilitäten einher und umgekehrt. Und so liegt denn auch der V-Dax-New, der die von den Marktteilnehmern für die nächsten 30 Tage erwartete Schwankungsbreite des Dax abbildet, mit einem Wert von aktuell rund 15 Prozent unterhalb seines historischen Durchschnitts. Für die vergangenen zehn Jahre ergibt sich ein Durchschnittswert von 27 Prozent, wobei sich das Volatilitätsmaß in dieser Zeit in einer Spannbreite von 11 bis in der Spitze fast 63 Prozent bewegt hat. Der Höchstwert wurde im Herbst 2002 erreicht, als wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten die Aktienkurse kräftig schwanken ließen. Die Historie zeigt allerdings auch, dass die Nervosität am Markt - denn für nichts anderes steht die Volatilität - schon geringer war als in diesen Tagen.

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„Optionsscheinkauf ist eine Versicherungsprämie“

Wie funktioniert eine Absicherung der Wertpapierdepots über Optionsscheine? Mit den Scheinen erwerben Anleger das Recht, Aktien, Indizes oder Rohstoffe (Basiswert) zu einem festgelegten Zeitpunkt und bestimmten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen. Es gibt die Papiere für die Spekulation auf steigende Kurse (Calls) wie auch auf fallende Notierungen (Puts). In beiden Fällen bestimmen neben der Entwicklung des zugrundeliegenden Wertes auch die Volatilitäten den Preis. Gehen die Kursschwankungen zurück, werden die Scheine in der Tendenz billiger, andernfalls teurer.

Dabei kann es sein, dass die Scheine durch diesen Effekt an Wert verlieren, selbst wenn Anleger auf die richtige Richtung der Kursbewegung setzen. Besitzt nun ein Investor Aktien und gleichzeitig einen entsprechenden Put, dann fällt zwar der Preis dieses Scheins bei steigenden Aktienkursen. In diesem Fall profitiert er jedoch von der direkten Aktienanlage. Bei fallendem Aktienkurs schützt dagegen eine solche Anlagestrategie vor deutlicheren Einbußen. Denn dann sinkt zwar der Wert der Aktien im Depot, zugleich steigt jedoch derjenige der Put-Position. Am Ende der Laufzeit des Puts erhält der Anleger die Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Kurs ausgezahlt.

„Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie mit dem Optionsscheinkauf eine Art Versicherungsprämie zahlen, die auf jeden Fall zu Buche steht, wenn die Papiere bis zum Laufzeitende gehalten werden“, erläutert Dirk Heß von Goldman Sachs. Dabei zählen Optionsscheine zu den sogenannten Hebelpapieren. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass mit einem vergleichsweise geringen Einsatz überdurchschnittliche Gewinne, aber eben auch Verluste möglich sind. „Am günstigsten ist in der Regel eine Absicherung über Indexprodukte“, sagt Heß. Im Einzelfall könne es jedoch sinnvoll sein, Optionsscheine auf einen Einzelwert zu kaufen und zwar dann, wenn dieser einen großen Teil des Portfolios ausmache.

Knock-out-Produkte verfallen fast wertlos

Die Wahl des richtigen Index bestimmt sich aus der Zusammensetzung des eigenen Aktienkorbes. Sind vor allem deutsche Standardwerte im Depot, dann raten Experten zu Dax-Produkten, liegt der Anlageschwerpunkt in Europa, wären Optionsscheine auf den Euro-Stoxx-50 die bessere Alternative. Der Basispreis sollte nahe des aktuellen Indexniveaus gewählt werden, rät Heß. Wichtige Stellgröße für die Produktauswahl sei unter vielen Aspekten die Risikoneigung, ob also Anleger eine vollständige Absicherung ihrer Depots oder nur einen Teilschutz wollten.

Auch der Zeithorizont ist entscheidend. Rechnet ein Anleger in den nächsten zwei bis drei Monaten mit Kursverlusten am Aktienmarkt, sollten die Optionsscheine etwas länger laufen. „Dann hat der Anleger zumindest einen Sicherheitspuffer“, rät Heß. Bei langen Laufzeiten sind die Prämien wiederum vergleichsweise höher.

Eine weitere Möglichkeit zur Absicherung bieten Knock-out-Produkte, die beim Erreichen bestimmter Kursschwellen fast wertlos verfallen. Sie zählen ebenfalls zu den Hebelpapieren, sind jedoch in der Preisbildung von den Volatilitäten am Markt weitgehend unabhängig.

Quelle: F.A.Z., 15.02.2007, Nr. 39 / Seite 19

 

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