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Veröffentlicht: 07.06.2006, 11:05 Uhr

Charttechnik Wann wird sich der Markt stabilisieren?


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Wir sind davon ausgegangen, daß die Rally den S&P 500 zunächst in den Bereich von 1.290 Punkten hievt. Am Freitag erreichte der Index auf Intraday-Basis den Stand von 1.290,68 Zählern, was uns zu der Annahme führt, daß die vom ersten Tiefstand ausgehende Rally nun zum größten Teil fast beendet ist. Falls wir mit unserer Prognose so gut wie richtig liegen, ist die Wahrscheinlichkeit nach unserem Dafürhalten noch immer hoch, daß die ursprünglichen Tiefstände in den kommenden Wochen im Bereich zwischen 1.245 und 1.260 Punkten getestet werden. Wir glauben, daß ein weiterer erfolgreicher Test dem Markt in die Sommermonate hinein zu einem respektablen Anstieg verhelfen würde. Sollte sich während des Sommers eine solche Rally einstellen, so könnten wir uns sehr gut vorstellen, daß diese den Höhepunkt des Haussetrends markiert.

Auf die 1.290 Punkte als potentiellen kurzfristigen Höchststand des S&P 500 haben wir uns aus einer Reihe von Gründen konzentriert: Erstens verläuft im Bereich zwischen 1.285 und 1.310 Zählern ein recht ansehnlicher Chartwiderstand. Zweitens liegen in der Nähe der 1.290-Punkte-Marke zahlreiche mittelfristige gleitende Durchschnitte, so zum Beispiel der exponentielle gleitende 50- und 65-Tage-Durchschnitt sowie der einfache gleitende 80-Tage-Durchschnitt. Wenn ein Index oder eine einzelne Aktie deutlich unter diese wichtigen gleitenden Durchschnitte rutschen, ist der erste Rückkehrversuch nicht selten zum Scheitern verurteilt. Liegt der Markt oberhalb dieser gleitenden Durchschnitte, so fungieren sie während eines Aufwärtstrends oft als Unterstützung. Wenn der Markt dagegen diese Durchschnitte nach unten hin durchbricht, dann verwandeln sie sich in einen Widerstand. Drittens schließlich befindet sich im 1.290-Punkte-Bereich auch ein 50-Prozent-Retracement der jüngsten Kurskorrektur.

Bären gewinnen die Oberhand

Angesichts ihres Rekordwerts haben wir uns in letzter Zeit zwar auf die CBOE-Put/Call-Ratios konzentriert, andere Sentimentindikatoren sind zwischenzeitlich jedoch auch interessant geworden, insofern als sie eine zunehmende Angst signalisieren - in unseren Augen die beste Voraussetzung für eine mittelfristige Bodenbildung. Die Investor's Intelligence-Umfrage unter den Autoren von Börsenbriefen zeigt zum Beispiel ein Verhältnis von 42,6 Prozent Bullen gegenüber 29,8 Prozent Bären. Dies stellt den niedrigsten Prozentsatz der Optimisten und den höchsten Prozentsatz unter den Pessimisten seit Anfang März dar.

Die jüngste Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) hat unterdessen ein Verhältnis von nur 33 Prozent Bullen zu 45,5 Prozent Bären ergeben. In diesem Fall verhält es sich so, daß die optimistische Stimmung nie so niedrig und das pessimistische Sentiment nie so hoch wie seit dem letzten größeren mittelfristigen Boden im Oktober 2005 waren.

ISE-Sentimentindex mit extremen Werten

Was den ISE-Sentimentindex (ISEE) anbelangt, so hat dieser in letzter Zeit einige extreme Werte ausgewiesen. Der ISEE bildet lediglich die an der amerikanischen Optionsbörse eröffneten Long-Positionen von Kunden ab. Transaktionen von Market-Makern und anderen Handelshäusern sind im ISEE nicht berücksichtigt, da sie wegen ihrer oft sehr speziellen Art im Hinblick auf die Marktstimmung nicht als repräsentativ angesehen werden. Bei Kundentransaktionen verhält es sich anders: Sie werden nicht selten als bester Gradmesser für die Stimmung unter den Marktteilnehmern eingeschätzt, da Kunden (hierzu gehören unter anderem auch die Privatanleger) oft Call- und Put-Optionen kaufen, um ihrer Meinung in Bezug auf eine bestimmte Aktie Ausdruck zu verleihen.

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