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Zertifikate und ETFs

Basiswissen Optionsscheine Optionsscheine für Einsteiger

Wer sich mit dem Thema Optionsscheine beschäftigt, dem stellen sich automatisch viele Fragen. Im Haupttext werden die häufigsten Einsteigerfragen beantwortet.

Wer sich mit dem Thema Optionsscheine beschäftigt, dem stellen sich automatisch viele Fragen. Im folgenden werden die häufigsten Einsteigerfragen beantwortet.

Was ist ein Optionsschein?

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Der Handel mit Optionsscheinen, auch Warrant oder Covered Warrant genannt, ist der Handel mit Rechten. Im Falle von Aktienoptionsscheinen verbriefen diese das Recht, nicht aber die Verpflichtung, an einem bestimmten Tag (oder während einer Zeitspanne) eine Aktie zu einem vorher bestimmten Kurs zu kaufen (Call) beziehungsweise zu verkaufen (Put). Im Unterschied zu Aktien begründen Optionsscheine also keinen Anspruch auf einen Teil des Unternehmensvermögens!

Im Gegensatz zu Optionen und Futures sind Optionsscheine keine standardisierten Terminkontrakte, sondern Wertpapiere. Optionsscheine haben sich vor allem im deutschsprachigen Raum und in Frankreich durchgesetzt. Im angelsächsischen Raum sind dagegen in erster Linie standardisierte Optionen und Futures als Terminprodukte etabliert.

Wo bekomme ich Optionsscheine?

Optionsscheine werden, wie Aktien, an den Börsen notiert und können bei allen Geschäftsbanken geordert werden. Beachten Sie bitte dabei, dass die Banken verpflichtet sind, Sie auf das erhöhte Risiko beim Handel mit Optionsscheinen hinzuweisen.

Neben dem börslichen Handel existiert auch ein außerbörslicher Handel. Anleger haben also die Wahl, ob sie außerbörslich direkt beim Emissionshaus kaufen oder verkaufen oder über die offiziellen Aktienbörsen handeln.

Warum fallen Optionsscheine in eine hohe Risikoklasse?

Wie oben erwähnt, begründet ein Optionsschein das Recht an einem bestimmten Tag oder während einer Zeitspanne zu einem bestimmten Kurs zu handeln. Fallen dieser festgelegte Kurs und der tatsächliche Stand der Aktie oder des Index kurz vor Ende dieser Frist weit auseinander, so kann und wird der Wert eines Optionsscheines gegen null gehen.

Wer gibt die Optionsscheine aus?

Heutzutage werden Optionsscheine vornehmlich von Finanzinstituten ausgegeben. In unserer Datenbank sind die Emissionshäuser abgekürzt (zum Beispiel DB für Deutsche Bank, RAB für Rabobank, und so weiter).

Bis in die späten 90er Jahre wurden Optionsscheine aber auch häufiger von Unternehmen hauptsächlich als Instrument zur Unternehmensfinanzierung eingesetzt. Dabei kombinierten sie Anleihen mit Optionsscheinen zu einer so genannten Optionsanleihe. Der anhängende Optionsschein berechtigt den Inhaber der Anleihe dazu, Aktien des Unternehmens zu einem festgelegten Kurs zu beziehen. Nach dem Beginn der Optionsfrist kann der Anleger die Optionsscheine quasi von der Optionsanleihe getrennt handeln.

Worauf werden Optionsscheine ausgegeben?

Optionsscheine können sich auf verschiedene Werte beziehen. Die häufigsten Varianten sind die Aktienoptionsscheine, die sich auf einen bestimmten Aktienwert beziehen, und die Indexoptionsscheine, die sich auf einen nationalen Index (zum Beispiel Dax, Nikkei) beziehen. Außerdem gibt es auch Optionen auf Rohstoffe (Gold, Silber,Öl), Währungen und auch Zinsinstrumente.

Wer legt die Kurse fest?

Der Kurs wird von einem so genannten „market-maker“ festgelegt. Das ist in der Regel das Bankhaus, welches den Schein ausgegeben (emittiert) hat. Dieser orientiert sich eng am Verhalten des „underlying“, das heißt der Aktie oder des Index, auf den sich der Optionsschein bezieht.

Wie erfahre ich die Kurse?

Zusätzlich zu unserem Internetangebot können Sie viele Kurse den Tageszeitungen entnehmen. Beachten Sie jedoch, dass das Angebot an Kursen oft nicht den gesamten Markt abdeckt. Bei einem Angebot von zigtausenden in Deutschland gehandelten Optionsscheinen ist der Platz einer Tageszeitung begrenzt.

Was ist eine amerikanische/europäische Option?

Eine amerikanische Option kann während der Laufzeit des Scheins jederzeit ausgeübt werden. Eine europäische Option kann nur am Ende der Laufzeit (Verfallstag) ausgeübt werden.

Die meisten Optionsscheine an der deutschen Börse sind mit einem amerikanischen Optionsrecht versehen.

Was heißt „eine Option ausüben“?

Macht der Inhaber von seinem Recht Gebrauch, zum Beispiel Aktien eines Unternehmens zu einem bestimmten Kurs zu kaufen, so übt er seine Option aus. Die Ausübung ist jedoch nicht obligatorisch. Am Ende der Laufzeit verfällt dieses Recht.

Warum gibt es so viele Optionsscheine?

Auf den ersten Blick wirkt die große Anzahl an Optionsscheinen verwirrend. In den meisten Fällen unterscheiden sich die Scheine jedoch in den Details ihrer Ausstattung, das heißt dem Verfallstag, Bezugskurs, Bezugsrecht und so weiter. Informieren Sie sich anhand unserer Datenbank, welcher Optionsschein der für Sie richtige ist.

Quelle: @JüB

 
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