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FAZ.NET-Orakel : AfD bei mehr als 13 Prozent

  • Aktualisiert am

Wahlkampf mal anders. Hier in Berlin Bild: AFP

Einen Tag vor der Wahl ist die AfD auf dem FAZ.NET-Orakel klar drittstärkste Kraft. Die nächste Kanzlerin steht aus Sicht der Händler zwar fest. Doch für die nächste Koalition gilt das keinesfalls.

          In etwas mehr als 24 Stunden hat das monatelange Warten ein Ende. Auch mit dem Schließen der Wahllokale wird es zwar noch keine Gewissheit über die nächste Bundesregierung geben. Aber die Sicht der Wählerinnen und Wähler wird sich im Laufe des Sonntagabends herauskristallisieren, spätestens am Montagmorgen wird das vorläufige amtliche Endergebnis der diesjährigen Bundestagswahl verkündet.

          Viele Koalitionen sind möglich, eines scheint klar: Angela Merkel wird an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Bundeskanzlerin bleiben. So sehen es auch die Händler auf dem FAZ.NET-Orakel: Knapp 93 Prozent erwarten, dass sie auch die kommenden vier Jahre im Kanzleramt residieren wird. Knapp 3 Prozent setzen auf Martin Schulz. Und dann gibt es da noch die ganz mutigen Händler, die auf einen ganz anderen Kandidaten wetten.

          Seit Mitte August hat sich das erwartete Ergebnis für die Union zwar von knapp 39 Prozent auf jetzt 36,4 Prozent stetig verringert, trotzdem bleiben CDU/CSU mit Abstand stärkste Kraft. Denn die SPD fährt auf dem Orakel weiterhin nur magere 21,3 Prozent ein. Die Zahlen stimmen fast exakt mit den letzten Umfrageergebnissen überein: Nach Erhebungen des Allensbach-Instituts für die Frankfurter Allgemeine Zeitung liegt die Union bei 36,5 Prozent, die SPD bei 22 Prozent. Dazu wurden in der Zeit vom 6. bis 14. September Wählerinnen und Wähler befragt.

          Im Orakel schneidet die AfD überraschend stark ab: Die Händler erwarten 13,2 Prozent für die Partei, die damit deutlich drittstärkste Kraft wird. Noch vor wenigen Tagen lag sie sogar bei 16 Prozent. Die Liberalen kommen auf 10,4 Prozent, die Linke auf 9,0 und die Grünen auf 7,4 Prozent. Von den „kleinen“ Parteien konnte somit einzig die FDP in der vergangenen Woche nochmal zulegen.

          Interessant ist die Sicht der Händler auf die nächste Koalition. Lag die Erwartung einer abermaligen großen Koalition in den vergangenen Wochen relativ stabil um die 40 Prozent, gab es am Samstagnachmittag einen Ausreißer: Zwischenzeitlich setzten knapp 55 Prozent auf Schwarz-Gelb. 31 Prozent tippen auf eine Jamaika-Koalition aus Union, Grüne und FDP, 25 Prozent erwarten eine sonstige Koalition, also vermutlich Schwarz-Gelb. Schwarz-Grün können sich nur 2 Prozent der Händler vorstellen, auch Rot-Rot-Grün ist für sie keine Option.

          Die Prognosen auf dem FAZ.NET-Orakel entstehen durch die Transaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese handeln ihre Erwartungen in Form von Aktien. Auf dem Markt zur Bundestagswahl haben schon 867 Händler mitgehandelt. Bis Samstagnachmittag gab es 21.275 Transaktionen.

          Gehandelt werden kann rund um die Uhr, sodass jedes Ereignis sofort einen Effekt auf den entsprechenden Kurs hat – und das bis 0 Uhr am 24. September. So sprang etwa am Montag nach Armin Laschets Wahlsieg in NRW der Kurs der Merkel-Aktie auf dem Kanzler-Markt um satte sechs Prozentpunkte nach oben. In wöchentlich erscheinenden Umfragen ist ein solcher Effekt so schnell nicht messbar.

          Unter anderem dieses Beispiel zeigt den Nutzen von Prognosebörsen bei der Voraussage zukünftiger Ereignisse. Deshalb laufen die Daten des Orakel-Marktes für die Bundestagswahl auch im Dienst der Nachrichtenagentur Bloomberg. In der Nacht zum 24. September wird der Markt um Mitternacht geschlossen.

          Tag vor der Wahl : Wahlkampfendspurt in Deutschland

          Quelle: hade.

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