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Facebook-Datenskandal : Absturz einer Internet-Ikone

Fachleute sehen infolge des Datenskandals attraktive Einstiegskurse für Facebook-Aktien. Bild: Reuters

Facebook-Aktien stehen an der Wall Street wegen des Datenskandals stark unter Druck. Viele Analysten wittern daher schon günstige Kaufgelegenheiten.

          Facebook ist aus einem exklusiven Börsenclub rausgeflogen. Anfang März gehörte der Internetkonzern zusammen mit den Technologiekonzernen Apple, Amazon, der Google-Muttergesellschaft Alphabet und Microsoft noch zu den fünf wertvollsten Unternehmen an der Wall Street. Nachdem der Datenskandal vor gut anderthalb Wochen bekanntgeworden war, schrumpfte der Börsenwert des sozialen Netzwerks an nur einem Tag um 35 Milliarden Dollar. Demnach hatte das britische Software-Unternehmen Cambridge Analytica den amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Wahlkampf unterstützt, indem sie womöglich unerlaubterweise an die persönlichen Daten von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern gekommen war.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Das reichte, um Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway wieder an die fünfte Stelle auf der Rangliste amerikanischer Börsenriesen zu rücken. An der Reihenfolge hat sich seither nichts mehr geändert. Berkshire, ein Konglomerat von mehr als 80, zum Teil sehr großen Versicherungen und Unternehmen, kam zuletzt auf einen Börsenwert von 486 Milliarden Dollar. Facebook war nur noch 442 Milliarden Dollar wert.

          Der Druck auf Facebook reißt zudem nicht ab. Behörden und Politiker haben den erst 2012 an die Börse gegangenen Konzern unerbittlich ins Visier genommen. Facebook-Vorstandschef Mark Zuckerberg soll nach Medienberichten nun bereit sein, im amerikanischen Kongress eine Aussage zu machen. Der Sender CNN berichtete an diesem Dienstag, Facebook arbeite derzeit an einer Strategie für die Aussage Zuckerbergs. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schrieb, er werde voraussichtlich vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen. Einem Auftritt vor britischen Parlamentariern erteilte Zuckerberg dagegen eine Absage.

          Am Montag hat die amerikanische Federal Trade Commission (FTC) in ihrer Funktion als Verbraucherschutzbehörde Presseberichte über Ermittlungen zum Datenschutz bei Facebook bestätigt. „Die FTC nimmt die jüngsten Presseberichte, die ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Datenschutzpraktiken bei Facebook aufwerfen, sehr ernst“, sagte Tom Pahl, geschäftsführender Direktor der Verbraucherschutzabteilung der FTC. Diese agiert auch als Kartellbehörde.

          Sorge um stärkere Regulierung belastet den Markt

          Parallel dazu veröffentlichten 37 Justizminister amerikanischer Bundesstaaten parteiübergreifend einen Brief an den Facebook-Vorstandsvorsitzenden Mark Zuckerberg, in dem sie Antworten auf eine Reihe von Fragen zum Datenschutz bei Facebook forderten. Außerdem hat mit dem Justizausschuss des Senats schon das dritte Kongressgremium Zuckerberg zu einer Anhörung vorgeladen. Der Vorsitzende des Justizausschusses, Charles Grassley, schickte auch Sundar Pichai, dem Vorstandschef von Google, und Jack Dorsey, Chef des Kurznachrichtendienstes Twitter, eine Einladung.

          Der Aktienkurs von Facebook fiel daraufhin am Montag um weitere fast 7 Prozent. Im weiteren Verlauf des Handels erholte sich der Kurs aber wieder und beendete die allgemein deutlich festere Börsensitzung leicht im Plus. An diesem Dienstag ging es abermals abwärts. Der Aktienkurs sackte um fast 5 Prozent auf 152,19 Dollar ab.

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