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Veröffentlicht: 16.03.2017, 14:36 Uhr

EU-Schnellwarnsystem Rapex Mehr als 2000 gefährliche Produkte in Europa gemeldet

Giftige Chemikalien, Erstickungsgefahr oder Elektroschocks – alles Gründe, einen Artikel aus dem Verkehr zu ziehen. Mehr als 2000 Verbote hat die EU-Kommission 2016 gezählt. Ein Land meldete besonders viele.

© dpa Diese Spielzeugpuppe wurde aus giftigem Kunststoff gefertigt und deshalb über Rapex gemeldet. Das Foto stammt aus dem Jahr 2013.

Mehr als 2000 Produkte haben die Mitgliedsstaaten des EU-Schnellwarnsystems Rapex im vergangenen Jahr als gefährlich für den Verbraucher eingestuft und auf einer zentralen Webseite der EU-Kommission veröffentlicht. Am häufigsten waren Spielzeug (26 Prozent), Kraftfahrzeuge (18 Prozent) und Kleidung (13 Prozent) betroffen, wie EU-Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova an diesem Donnerstag in Brüssel sagte. Die Gesamtzahl der gefährlich eingestuften Produkte ging mit 2044 im Vergleich zu 2015 leicht zurück.

Gleichzeitig stieg der Onlinehandel mit als gefährlich eingestuften Produkten, die von nationalen Behörden bereits aus dem Markt genommen wurden. Bei 244 Artikeln sei dies im vergangenen Jahr der Fall gewesen. Die EU-Kommission habe deshalb die Zusammenarbeit mit Amazon, Ebay und Alibaba verstärkt, um solche Artikel von den Internetseiten zu entfernen, erklärte Jourova.

Samsung Galaxy Note 7 als Musterbeispiel

Mehr als die Hälfte der mit Warnungen versehenen Produkte stammte laut EU-Kommission aus China. Ihr Anteil fiel mit 53 Prozent aber deutlich geringer aus als im Jahr 2015, als noch 62 Prozent der gefährlichen Artikel chinesischer Herkunft waren. 468 Warnungen betrafen europäische Produkte.

Identifiziert eine der 31 nationalen Kontrollbehörden ein für den Verbraucher gefährliches Produkt, geben die Mitarbeiter eine Warnung über das Schnellwarnsystem Rapex heraus. Die anderen Mitgliedsstaaten können dann im eigenen Land Schritte einleiten, um den entsprechenden Artikel vom Markt zu nehmen. Alle als gefährlich eingestuften Produkte listet die EU in einer öffentlich zugänglichen Datenbank auf. Untersucht werden nur Artikel, die keine Lebensmittel sind.

Insgesamt sei das Schnellwarnsystem im vergangenen Jahr stärker genutzt worden, betonte Jourova. Als positives Beispiel nannte sie die Reaktion Großbritanniens, das das explosionsgefährdete Samsung-Smartphone Galaxy Note 7 über das System meldete, eine Rückholaktion startete und den weiteren Verkauf des Mobiltelefons verbot. Unfälle wie Verbrennungen seien mit dem Gerät aber nicht registriert worden.

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Bei 25 Prozent der gefährlichen Produkte gab es laut EU-Kommission ein Verletzungsrisiko. Außerdem ging bei knapp jedem vierten von ihnen Gefahr durch unerlaubt verwendete Chemikalien aus. Erstickungsgefahr wurde bei 14 Prozent der Produkte festgestellt, Elektroschocks waren bei elf Prozent der gemeldeten Artikel nicht auszuschließen, neun Prozent konnten potentiell in Brand geraten.

Aus Deutschland wurden mit 319 die meisten Warnmeldungen an Rapex übermittelt. 224 Warnungen stammten aus Spanien, 199 Artikel stellte Frankreich in das Rapex-System.

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