02.04.2009 · Der Düngemittelhersteller K+S steigt mit dem größten Zukauf seiner Firmengeschichte zum weltweit führenden Salzproduzenten auf. Für 1,6 Milliarden Dollar erwirbt der Konzern den amerikanischen Konzern Morton Salt. Die K+S-Aktie legt mehr als zehn Prozent zu.
Der Düngemittelhersteller K+S steigt mit dem größten Zukauf seiner Firmengeschichte zum weltweit führenden Salzproduzenten auf. Für 1,675 Milliarden Dollar in bar erwirbt der Kasseler Konzern den amerikanischen Konzern Morton Salt, wie K+S am Donnerstag ankündigte.
„Das ist eine exzellente Wachstumschance für unser weltweites Salzgeschäft“, sagte K+S-Chef Norbert Steiner. Mit Morton baut K+S seine Position in Nordamerika deutlich aus und überholt mit einer Produktionskapazität von dann rund 30 Millionen Tonnen klar die bislang weltweit führende China National Salt. Bislang lag die Produktionskapazität von K+S bei 16,7 Millionen Tonnen. K+S kauft Morton vom Chemieunternehmen Rohm & Haas, das der amerikanischen Chemieriese Dow Chemical für mehr als 15 Milliarden Dollar übernommen hatte.
An der Börse ging die K+S-Aktie auf Höhenflug: Die im Dax notierten Anteilsscheine stiegen um mehr als 13 Prozent auf 39,40 Euro. „Wir glauben, dass der Zukauf eine gute Nachricht für K+S ist angesichts der vergleichsweise hohen Margen von Morton und des Synergiepotentials in Nordamerika“, kommentierten die Analysten der Commerzbank. Auch andere Experten unterstrichen, dass die Übernahme strategisch Sinn mache.
K+S rechnet mit Einsparungen unter anderem in der Logistik und bei den Marketingkosten. Verkäufe von Geschäftsteilen seien nicht geplant. Zwischen K+S und Morton gebe es nur geringe Überschneidungen auf den Absatzmärkten, sagte Steiner. Zusammen kommen beide Konzerne auf 5,6 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Beschäftigte.
Die 1848 gegründete Morton Salt mit Sitz in Chicago besitzt eine Reihe von Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten und Kanada und ein landesweites Vertriebsnetz. Das Unternehmen stellt Speise-, Gewerbe- und Streusalze her und ist K+S zufolge in den Vereinigten Staaten die Nummer eins. 2008 setzte Morton Salt 1,22 Milliarden Dollar um und kam auf 221 Millionen Dollar Gewinn vor Zinsen und Steuern.
Zukauf wird komplett über Schulden finanziert
Der Anteil des Salzgeschäfts am K+S-Umsatz verdoppelt sich mit dem Zukauf auf 25,8 Prozent. Der größte Umsatz- und Gewinnbeitrag kommt aber mit Abstand aus dem Geschäftsfeld Kali- und Magnesiumprodukte. Das Unternehmen ist der weltweit viertgrößte Kali-Produzent. An seiner Wachstumsstrategie im Düngemittelbereich will K+S auch nach dem Milliardenzukauf im Salzbereich festhalten. Der Zugriff auf weitere zusätzliche Kali-Kapazitäten sei derzeit aber nicht durch Akquisitionen zu realisieren, sagte Steiner. Der Konzern wolle dies über sogenannte Greenfield-Projekte, also die Errichtung neuer Kaliwerke „auf der grünen Wiese“, erreichen.
K+S hat sein Salzgeschäft in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. So stieg der Konzern 2004 mit Übernahme des Salzgeschäfts des belgischen Pharma- und Chemiekonzerns Solvay zum führenden europäischen Produzenten auf. 2006 wagte K+S den Schritt nach Südamerika und übernahm in seinem bislang größten Zukauf für rund 480 Millionen Dollar SPL aus Chile, die Nummer eins unter den Salzherstellern der Region.
K+S will die Morton-Übernahme vollständig über Schulden finanzieren. Bis zu 1,4 Milliarden Euro haben sich die Kasseler über die Banken Societe Generale, Dresdner Kleinwort und UniCredit gesichert. Mit einem Abschluss der Transaktion rechnet Steiner bis zur Jahresmitte. „Morton Salt ist ein profitables Unternehmen, das hohe Cashflows generiert und uns operative Synergiepotenziale eröffnet“, sagte Steiner, der keine kartellrechtlichen Einwände gegen die Transaktion erwartet. Morton soll ab 2010 zum Gewinn je Aktie beisteuern. Wie viele Schulden Morton mitbringt, teilte K+S nicht mit. Die voraussichtlichen Kosten für die Integration seien „absolut überschaubar“, sagte der Vorstandschef lediglich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |