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Aktualisiert: 05.06.2016, 20:28 Uhr

Number 26 Wer zu oft Geld abhebt, dem wird gekündigt

Für den jungen Girokontoanbieter Number 26, wurden sehr aktive Kunden zu teuer. Wer mehr als 15 Mal im Monat Geld abhob, dem wurde gekündigt. Nun erklärt sich das Start-up.

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© Screenshot von number26.de Das Konto im Handy und nur fürs Handy: Number 26.

Der junge Girokontoanbieter Number 26, der im Internet einen Aufschrei seiner Kunden ausgelöst hat, entschuldigt sich für die überraschende Kündigung der Konten Hunderter Kunden. Erstmals nennt das Unternehmen auch Gründe, warum es rund 500 Kunden gekündigt hat. Mit einer am Wochenende verbreiteten Stellungnahme versucht das bislang vom Kundenzustrom verwöhnte Fintech Vertrauen zurück zu gewinnen und sucht Fehler bei sich. „Die deutliche Reaktion der letzten Tage auf die ausgesprochenen Kündigungen hat uns vor allem gezeigt, dass vielen Kunden nicht bewusst war, dass ihr Nutzerverhalten mit unserem Angebot nicht vereinbar ist“, teilte Number 26 mit. „Wir verstehen die Reaktion als Auftrag, sämtliche Kunden zukünftig transparenter zu informieren.“

Hanno Mußler Folgen:

Number26 bietet ein kostenloses Girokonto an, das vollständig über eine Smartphone-App läuft. Dazu gibt es für die inzwischen 160.000 Kunden im Alter von meist 18 bis 35 Jahren eine Kreditkarte kostenfrei. Geld nimmt das Fintech ein von Einzelhändlern, wenn Kunden ihre Einkäufe dort mit Kreditkarte bezahlen (Interchange-Gebühr), oder von Kunden, wenn sie ihr Konto überziehen (Dispo-Zins). Diese Einnahmen scheinen nicht auszureichen, damit das Anfang 2015 gestartete Unternehmen die Gewinnschwelle erreicht. Number26 entstehen jedes Mal Kosten zwischen 1,50 und 2 Euro, wenn Kunden in Deutschland bei einer Bank einen Geldautomaten nutzen und Geld abheben. „Diese Gebühren übernehmen wir in der Annahme, dass Kunden das Konto im gewöhnlichen Ausmaß verwenden“, heißt es in der Stellungnahme von Number26.

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Was „gewöhnliches Ausmaß“ ist, hat das Fintech offenbar selbst definiert. Denn Number 26 hatte in der vergangenen Woche ohne Vorwarnung Kunden gekündigt, ohne ihnen einen Grund zu nennen. In der Stellungnahme vom Wochenende heißt es nun, man habe vor allem solchen Kunden gekündigt, die mehr als 15 Mal im Monat Geld abgehoben hätten. Diese wiesen damit ein „ungewöhnliches Nutzerverhalten“ auf, das sie für das Fintech unattraktiv macht. Darüber hinaus nennt Number 26 als Kündigungsgrund „Missbrauch des Angebots“. Darunter versteht das Fintech nicht nur Geldwäsche, sondern auch das Verhalten von Kunden, die beim Einzelhändler nur Geld einzahlen, um dafür Bonuspunkte zu kassieren.

Dass vielen gekündigten Kunden gar nicht bewusst gewesen sei, dass sie dem Fintech hohe Kosten verursachten, will Number 26 nun erst mehrere Tage nach den Kündigungen erkannt haben. Man werde den Dialog mit den Kunden intensivieren und auf Wunsch jeden Kündigungsfall noch einmal prüfen. Bisher hatte Number 26 die Kündigungen als unwiderruflich bezeichnet und hatte nach dem Aufschrei mancher Kunden im Internet überfordert gewirkt.

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