http://www.faz.net/-gv6-952c6

Kryptowährung : Japans Notenbankchef warnt vor Bitcoins

  • Aktualisiert am

Sagenhafte Wertsteigerung in 2017: Bitcoins Bild: AFP

Japans Notenbankchef, der neue Chef der amerikanischen Bankenaufsicht und die EU-Kommission - die Zahl prominenter Bitcoin-Kritiker wächst weiter. Investoren sollten realisieren, dass der Kurs jeden Moment fallen könnte.

          Die Zahl prominenter Bitcoin-Kritikern wächst. Am Donnerstag äußerte sich der Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, zu der umstrittenen Kryptowährung. Der Bitcoin sei ein „Spekulationsobjekt“, sagte der Notenbanker nach dem Zinsentscheid der Bank of Japan.

          Der Bitcoin-Kurs, der in diesem Jahr um bis zu 1800 Prozent gestiegen war, wirke abnormal hoch, sagte Kuroda. Ob es sich um eine Preisblase, also eine nicht nachhaltige Entwicklung handele, wollte Kuroda nicht bewerten. Der Bitcoin verhalte sich jedoch nicht wie ein normales Zahlungsmittel. Dies ist für viele Fachleute ein Grund, dem Bitcoin den Status einer Währung abzusprechen.

          Auch die EU-Kommission warnt vor Risiken der Cyberwährung Bitcoin für Investoren und Verbraucher. Es bestehe die Gefahr, dass diese ihr gesamtes Vermögen verlören, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Investoren sollten realisieren, dass der Bitcoin-Kurs jeden Moment fallen könnte. "Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind nicht wirklich Währungen." Dombrovskis sagte, er habe die Bankaufseher der EU aufgefordert, ihre Warnungen zu Bitcoin auf aktuellen Stand zu bringen.

          Der neue Chef der amerikanischen Bankenaufsicht OCC sieht derweil nach eigenen Angaben die Internet-Währung Bitcoin  als Bedrohung für das amerikanische Bankensystem. „Die meisten Banken haben sich von der Währung ferngehalten", sagte Joseph Otting am Mittwoch bei seiner ersten offiziellen Pressekonferenz. „Sie scheint nicht ins Bankensystem vorgedrungen zu sein." Allerdings werde die Entwicklung genau beobachtet.

          Seit Jahresbeginn hat sich die digitale Währung Bitcoin um das 19-fache verteuert. Das weckt Sorgen vor einer Blase. Die OCC ist eine von mehreren Aufsichten für die Wall Street und befasst sich unter anderem mit Geldwäsche und Banksatzungen. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor Spekulationen mit Bitcoin. Ein Risiko für das gesamte Finanzsystem gehe von der virtuellen Währung bislang nicht aus.

          „Coinfriends“ : Warum sind Bitcoins ein Erfolg?

          Weitere Themen

          Der Meck ist geschlagen

          Börsenspiel-Finale : Der Meck ist geschlagen

          Finale im Börsenspiel der Sonntagszeitung: Der Sieger hat 2000 Prozent Gewinn eingefahren und sich eine Reise nach Schloss Elmau verdient. Da kommt der Redakteur Georg Meck nicht mit.

          Topmeldungen

          Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair

          Streit um Waffenexporte : Saudis wenden sich von Deutschland ab

          Das Königreich reagiert enttäuscht auf die Entscheidung Deutschlands, keine Waffen mehr an Parteien des Jemen-Kriegs zu exportieren. „Wir brauchen eure Rüstungsgüter nicht. Wir werden sie woanders finden“, teilt der Außenminister mit.
          Chinas Versicherer Anbang kommt unter Staatsaufsicht.

          Kontrolle von Anbang : Peking stellt Versicherer unter Staatsaufsicht

          Noch vor einem Jahr sollte die chinesische Anbang die deutsche HSH Nordbank retten. Dann wurde der Konzernchef verhaftet. Nun stellt Chinas Staat das Unternehmen unter Zwangsverwaltung. Braut sich im Reich der Mitte die nächste Finanzkrise zusammen?
          Entschärfte Bombe am Gallus

          Fliegerbombe entschärft : Kartoffelsuppe in der Geisterstadt

          Die Fliegerbombe am Gallus ist erfolgreich entschärft worden. Viele Bewohner werden die Nacht dennoch nicht so schnell vergessen. Streifzug durch ein Viertel im Ausnahmezustand

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.