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Gebühren zu hoch : Die Deutschen wechseln ihr Bankkonto öfter

  • Aktualisiert am

Gebühren fürs Geldabheben? Ein Grund mehr, das Konto zu wechseln. Bild: dpa

Banken lassen sich immer neue Gebühren einfallen. Doch die Kunden lernen, sich zu wehren.

          Sparkassen verlangen Gebühren fürs Geldabheben, Volks- und Raiffeisenbanken ziehen nach – doch die Deutschen wehren sich gegen ihre Bank immer häufiger. Jeder zehnte Bankkunde hat im vergangenen Jahr seine wichtigste Bankverbindung gewechselt, wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov zeigt. Das sind doppelt so viele wie vor einem Jahr. Fast noch einmal so viele planen konkret, in den nächsten zwölf Monaten ihre Hauptbankverbindung zu wechseln oder ein Girokonto eröffnen – und 16 Prozent der Deutschen denken immerhin darüber nach.

          Dabei ist es nicht so, dass nur die Armen oder nur die Reichen ihre alte Bank verlassen. Der Anteil der Kontenwechsler sei in allen Vermögens- und Einkommensschichten fast gleich hoch, wie die Marktforscher schreiben. Die meisten geben als Grund an, dass sie bei der neuen Bank niedrigere Gebühren zahlen.

          Die meisten Deutschen nutzen Online-Banking

          Auf das Onlinebanking verzichten inzwischen die wenigsten Deutschen, wie aus einer Erhebung des Deutschen Statistischen Bundesamtes hervorgeht. So nutzen 53 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren Onlinebanking. Das sind rund 10 Prozent mehr als noch im Jahr 2010.

          Wenig überraschend sinkt der Anteil der Nutzer von Onlinebanking mit dem Alter. So nutzen in der Bevölkerungsgruppe der 25- bis 34-Jährigen 74 Prozent Onlinebanking, währenddessen es in der Gruppe über 65 Jahren nur 28 Prozent sind. Auch steigt die Nutzung an, umso höher das Einkommen ist und umso höher die Bildung. Doch was etwas überraschend ist: Während in den ländlichen Gebieten, in denen viele Filialen schließen und deshalb auch immer weniger Bankdienstleistungen angeboten werden, nur 49 Prozent Onlinebanking nutzen, sind es dicht besiedelten Gebieten 57 Prozent – obwohl dort deutlich mehr Filialen und Dienstleistungen angeboten werden.

          Im EU-Vergleich steht Deutschland damit im Mittelfeld. In Ländern wie Dänemark (88 Prozent), Finnland (86 Prozent) und den Niederlanden (85 Prozent) nutzen deutlich mehr Menschen die digitalen Dienste ihrer Bank. Dagegen wird Onlinebanking in Rumänien (5 Prozent) und Bulgarien (4 Prozent) kaum genutzt. Im EU-Durchschnitt ergibt das dann 49 Prozent, was einem Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 entspricht. Die Zahlen sind im Vergleich mit anderen Studien niedriger. So gibt die Bundesbank an, dass von den rund 102 Millionen Girokonten 56,3 Millionen Onlinebanking-Konten sind – was 55 Prozent entsprechen würde. Eine Erhebung der auf Forderungsmanagement spezialisierten Kruk-Gruppe kam gar zu dem Ergebnis, dass hierzulande 74 Prozent Onlinebanking nutzen.

          Quelle: bern. / fne.

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