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Digitale Währung : Das Geld der Zukunft

Konkurrent für das klassische Bargeld? Der Bitcoin Bild: Bloomberg

Blockchain heißt die Technik hinter der Internetwährung Bitcoin. Die Banken erforschen sie mit viel Aufwand. Sie kann nicht nur für virtuelles Geld eingesetzt werden.

          Stehen wir vor einer Welt ohne Bargeld? Die Bundesregierung will Bargeldgeschäfte über 5000 Euro verbieten, und auch über eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird diskutiert. Zugleich zahlen immer mehr Leute auch im Supermarkt mit EC- oder Kreditkarte. Vermutlich wird das Bargeld so schnell nicht verschwinden, aber im täglichen Gebrauch dürfte es schon an Bedeutung verlieren. Doch auch die Kartenzahlung ist nur eine Übergangslösung, danach sollen wir alle mit dem Handy bezahlen. Und dann?

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Christian Siedenbiedel

          Eine Form von Geld, die von ihren Anhängern für die Zeit danach als Währung ins Spiel gebracht wird, heißt Bitcoin. Sie besteht nur aus Zahlen und Daten im Internet. Es gibt sie schon seit ein paar Jahren. Bezahlen kann man damit bislang vor allem in mehr als 3000 Shops im Internet – aber auch in allerhand Szenekneipen in Berlin Kreuzberg wie „Room 77“ oder in Hannover auf der „Bitcoin-Meile“ im Stadtteil Linden. Im Moment aber hat sie mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nicht nur, dass einige Bitcoin-Handelsplattformen von Hackern ausgeplündert wurden und die einst größte Bitcoin-Börse der Welt namens Mt. Gox in die Insolvenz geriet.

          Relativ unanfällig gegen Manipulationen

          Im Augenblick ist die Internetgemeinde auch zerstritten in der Frage, wie man das Problem löst, dass die ursprüngliche Konstruktion der Bitcoins an Kapazitätsgrenzen stößt und man nicht mehr ausreichend Transaktionen je Minute verarbeiten kann. Zudem schwankt der Kurs extrem. Vor einem Jahr kostete ein Bitcoin 200 Euro, dann mal 430 Euro, im Augenblick knapp 340 Euro.

          Zugleich aber erfährt die Technik, die hinter der Bitcoin-Währung steht, einen ungeahnten Aufschwung. „Das ist ein regelrechter Hype“, sagt Peter Roßbach, Professor an der Frankfurt School of Finance and Management. Hinter Blockchain verbirgt sich eine Kette von Datenblöcken, die wie bei einer Cloud über einer Unmenge von Rechnern verteilt liegt. So kann man in einer Art Ketten-Buchführung eine Vielzahl von Kauf- und Verkaufsvorgängen protokollieren. Diese Protokolle sind relativ unanfällig gegen Manipulationen, weil jedes Glied der Kette auf dem vorherigen aufbaut – und man im Nachhinein keine Zahl verändern kann, ohne die ganze Kette zu verändern.

          Schneller, transparenter und vor allem günstiger

          Die Blockchain könnte eine Rolle übernehmen, die bislang sogenannte Finanzintermediäre wie Banken hatten: Dadurch, dass jeder Einblick in die Datensätze erhält, kann jeder prüfen und sicherstellen, dass niemand Geld ausgibt, das er nicht hat. „Das Prinzip der Blockchain ist durch die Währung erfolgreich geprüft worden“, findet der IT- und Wirtschaftsfachmann Roßbach. „Es gab eine Menge Probleme mit Bitcoin – aber niemandem ist es gelungen, die Software selbst zu knacken. Diese Protokolle sind eine sichere Sache.“

          Unabhängig vom Erfolg der Bitcoins ist deshalb die Technologie dahinter derzeit das große Thema in der Finanzwelt. Banken, Börsenbetreiber und sogar die Aufseher wittern die Möglichkeit, Prozesse wie den Wertpapierhandel schneller, transparenter und vor allem günstiger zu machen. Alle wollen dabei sein, keiner will die Revolution verschlafen. Und so gibt es bei der Deutschen Bank wie bei der Deutschen Börse, bei der Bank von England wie bei der Nasdaq Arbeitsgruppen, die die Chancen der neuen Technik ausloten sollen. Denn im Grunde lässt sich über die Blockchain alles austauschen, was sich als Datensatz ausdrücken lässt, also auch Wertpapiere.

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