http://www.faz.net/-gv6-949nv

Kryptowährung : Bitcoin knackt 10.000-Dollar-Marke

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Auch an der führenden Börse Bitstamp ist der Kurs von Bitcoin über die Marke von 10.000 Dollar gestiegen. Die Warnungen vor einer Blase nehmen zu.

          Der Kurs der Internetwährung Bitcoin ist am Mittwoch auch an der führenden Krypto-Börse Bitstamp mit 10.069,12 Dollar zum ersten Mal über die Marke von 10.000 Dollar geklettert. An mehreren kleineren Handelsplätzen wie Coingecko und Gatecoin hatte die Digitalwährung zuvor die Marke von 10.000 Dollar bereits übersprungen. Dabei hatte der Preis in Asien bis zu 10.379.53 Dollar erreicht.

          Der Preis für das von Computern geschaffene Geld hat sich seit Jahresbeginn verzehnfacht, allein seit Oktober ist er um 50 Prozent gestiegen.

          Hintergrund für den enormen Kursanstieg sind Aussichten, dass die renommierte amerikanische Terminbörse CME noch dieses Jahr einen Terminkontrakt auf Bitcoin auflegen wird. Mit einem solchen Finanzprodukt würden Investoren leichteren Zugang zu der virtuellen Währung haben und sie könnten auf steigende oder fallende Kurse wetten.

          Zahlreiche Banker warnen allerdings vor Geldanlagen in die virtuelle Währung, für die keine Zentralbank einsteht und die nicht reguliert ist. Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit.

          BTC/USD

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Auch wenn die Währung nur vergleichsweise wenig gehandelt wird, übersteigt ihre Bewertung mit 176 Milliarden Dollar die jedes deutschen Unternehmens sowie von 95 Prozent der im amerikanischen Börsenindex S&P 500 enthaltenden Unternehmen. Mehr als die Hälfte des Marktwerts aller Kryptowährungen entfällt auf Bitcoin.

          Es sei eine Blase mit viel Schaum, eine der größten in Generationen, urteilte Hedgefondsmanager Mike Novogratz auf einer Kryptowährungskonferenz am Dienstag in New York, so die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das hält Novogratz jedoch nicht davon ab, einen Bitcoin-Fonds im Volumen von 500 Millionen Dollar aufzulegen.

          Weitere von Bloomberg befragte Experten zeigen ein sehr differenziertes Meinungsbild. Arthur Hayes von der Bitcoin-Börse BitMEX warnt auch davor, gegen Bitcoin zu wetten. Es sei speziell in einem sich verändernden Geldsystem sehr gefährlich auf fallende Kurse zu setzen. Solche Veränderungen geschähen nur alle paar hundert Jahre und verliefen extrem chaotisch. Er hält es für möglich, dass der Preis bis Ende des kommenden Jahres 50.000 Dollar erreicht, zumal die Angst auch unter Investmentbankern wachse, die Rally zu verpassen. Diese Sorge werde auch von den umfassenden Medienberichten über das Phänomen befeuert, meint Lewis Fellas vom Bletchley Park Asset Management.

          Dave Chapman vom Broker Octagon Strategy nennt diese Sorgen nicht gesund für den Markt. Sehr viel Spekulation sei im Markt enthalten. Er rechnet mit einer Korrektur, ist sich aber über deren Ausmaß nicht schlüssig. Stephen Innes vom Deviseninformationsspezialisten Oanda macht sich Sorgen, dass Privatanleger jetzt im falschen Moment auf den Zug aufspringen könnten. Für Gavin Yeung vom Finanzdienstleister Cryptomover sind Bitcoin gar zu einem Statussymbol geworden.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          CSU-Parteitag : Eine Art von Normalität

          Auf dem Parteitag in Nürnberg will die CSU unbedingt Geschlossenheit demonstrieren, auch im Verhältnis zwischen der neuen Doppelspitze. Notfalls auch mit einem Kniff.
          Union und SPD sitzen bald wieder in einer Wanne

          Fraktur : Bätschi, bätschi

          Die SPD badet gerne lau. Doch wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.