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Handel ausgesetzt : Auf einmal gibt es zwei Bitcoin-Währungen

Bitcoin spaltet sich in zwei Währungen auf. Bild: Reuters

Von der chinesischen Großmutter bis zum Wall-Street-Banker: Millionen von Menschen nutzen die Kryptowährung. Jetzt wird sie zum Opfer ihres eigenen Erfolgs.

          Man stelle sich das mal ganz kurz auf seinem normalen Bankkonto vor: Der Kunde öffnet sein Sparkassenkonto, und auf einmal sieht er dort zwei Währungen: Seinen Euro und Euro-Cash. Aufgespalten am Nachmittag. Gibt es nicht? So erging es jedenfalls Anlegern der Kryptowährung Bitcoin am Dienstagnachmittag. Um Punkt 14.20 Uhr war es dann so weit: Bitcoin Cash ist erschienen, oder genauer gesagt, das Programm, welches Bitcoin Cash herstellen soll. Wie konnte es dazu kommen?

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Bitcoin ist ein Opfer seines eigenen Erfolges geworden. Da mittlerweile von der chinesischen Großmutter bis zum Wall-Street-Banker Millionen von Menschen die Währung nutzen, ist die zugrundeliegende Technik überfordert. Das führt dazu, dass Transaktionen länger dauern und dadurch teurer werden – eigentlich war die schnelle und günstige Abwicklung des Zahlungsverkehrs der große Vorteil der Internetwährung Bitcoin.

          Netzwerk lahmgelegt

          Daher ist ein Streit um die Art der Beschleunigung entbrannt. Die technischen Hintergründe sind etwas komplex: Der Bitcoin basiert – wie viele der so genannten Kryptowährungen – auf der Blockchain. Doch Blockchain ist nicht gleich Blockchain. So kann zum Beispiel die Größe der einzelnen Blöcke variieren oder auch die Details darüber, was genau in der Blockchain festgeschrieben wird. Und genau darüber ist ein Streit entbrannt. Vereinfacht gesagt: Umso größer die einzelnen Blöcke, umso mehr Transaktionen können durchgeführt werden.

          Eine riesengroße Mehrheit befürwortet eine Blockgröße von 2 Megabyte, wenige Enthusiasten eine von 8 Megabyte. Weil sich beide nicht einigen konnten, gibt es mit Bitcoin und Bitcoin Cash nun zwei Währungen. Technisch gesehen wurde der aus den Blocks bestehenden Strang gespalten: Bis 14.20 Uhr war alles identisch. Danach hatten Bitcoin-Nutzer in ihrem digitalem Portmonee mit Bitcoin Cash und Bitcoin zwei Währungen.

          Wie genau es mit beiden Währungen weitergeht, ist noch unklar. Bis zum späten Nachmittag war aus der eigenen Rechenkapazität des neuen Netzwerkes noch kein eigener Bitcoin Cash entstanden – ein Hinweis auf die Erfolglosigkeit. Nur wenige Handelsplätze unterstützten bisher den neuen Bitcoin Cash. Trotzdem legte der Streit das Netzwerk stundenlang lahm: Der Handel wurde ausgesetzt, Bezahlungen waren in Bitcoin nicht möglich.

          Der zukünftige Stand der Kryptowährung ist schwer vorauszusagen. Bitcoin-Anleger mussten schon Kursstürze von 50 Prozent und mehr verkraften. Auf unserer Prognosebörse FAZ.NET-Orakel können Sie nun selbst zeigen, wie gut Sie die Entwicklung des Bitcoin-Kurses prognostizieren können - und mit etwas Glück einen attraktiven Preis gewinnen.

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