http://www.faz.net/-gv6-8wp4j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 09.04.2017, 14:20 Uhr

Alipay Bei Rossmann können Chinesen jetzt per Handy zahlen

Die deutschen Finanzdienstleister hinken beim mobilen Bezahlen hinterher. Das chinesische Unternehmen Alibaba prescht jetzt vor. Davon könnten bald alle Rossmann-Kunden profitieren.

von
© dpa Rossmannfiliale in München

Die Nachricht könnte das Bezahlen mit dem Handy in Deutschland noch einmal kräftig anschieben. Zum ersten Mal bietet der chinesische Technologiekonzern Alibaba seinen mobilen Bezahldienst Alipay breitflächig in ganz Deutschland an, nämlich an den Ladenkassen der Drogerie-Kette Rossmann. Vorerst richtet sich der Service nur an chinesische Touristen, die auf Reisen in Europa gerne Kosmetik und Pflegeprodukte in großen Mengen mit in die Heimat nehmen. Doch nicht wenige in der Branche könnten sich vorstellen, dass die Chinesen ihren Dienst auch für deutsche Kunden freischalten, wenn er erst mal an ausreichend Bezahlstellen akzeptiert wird.

Tim  Kanning Folgen:

So dürfte der Vorstoß in vielen Banken den Druck weiter erhöhen, rasch eigene mobile Zahlungslösungen an die Kunden zu bringen. Denn die Furcht, dass ein großer Internetkonzern den heimischen Spielern zuvorkommt, ist groß – auch wenn dabei meist eher an Apple, Google oder Amazon gedacht wird. Die Deutsche Bank ermöglicht seit Mittwoch den Nutzern ihrer Smartphone-App, mit dem Handy an Ladenkassen zu bezahlen. Dazu werden die Kreditkartendaten in der App hinterlegt, die Übertragungstechnik NFC ermöglicht die Übermittlung an das Kartenlesegerät an der Kasse. Wenn der Kunde dann seinen Einkauf begleichen will, muss er sein Handy nur noch vor das Gerät halten. Bei Einkäufen bis zu 25 Euro ist die Zahlung dann schon erledigt, bei teureren Einkäufen muss er noch wie bei der Kartenzahlung seine Pin-Nummer eingeben.

Allein für Shopping 3000 Euro

„Bezahlen mit dem Smartphone ist in Asien, Nordamerika und vielen Ländern Europas wie etwa England und Italien schon üblich“, sagt Jan Lisaus, der für Karten und Bezahlsysteme bei der Deutschen Bank verantwortlich ist. „Das wird sich auch in Deutschland durchsetzen, davon sind wir überzeugt.“ Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken arbeiten ebenfalls an einer Lösung, wie sich das mobile Bezahlen in ihre Handy-App integrieren lässt. Bei den öffentlich-rechtlichen Häusern soll ein solches Angebot nach Angaben des Sparkassen-Verbands nach einer Testphase im Jahr 2018 flächendeckend angeboten werden.

Mehr zum Thema

Den chinesischen Anbieter Alipay nicht zu unterschätzen, riet bereits Friedrich Merz den versammelten Bankern auf dem Bankentag in Berlin. Alipay habe inzwischen 450 Millionen Kunden, das seien fast so viele Menschen, wie in der ganzen EU wohnten, zählte der Aufsichtsratsvorsitzende des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock in Deutschland auf. „Bei der Digitalisierung sind wir hier in Europa einfach zu langsam“, sagte Merz.

ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 1

-- -- (--)
  • 1T
  • 1W
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Aus Sicht von Rossmann sind es vor allem solche großen Zahlen, die die Kooperation mit dem chinesischen Zahlungsanbieter sinnvoll machen. Die Drogerie-Kette öffne sich damit als erste große Einzelhandelskette Deutschlands für den boomenden chinesischen Tourismus-Markt, heißt es in der Mitteilung. Zwei Millionen chinesische Touristen reisten jährlich nach Deutschland und gäben im Schnitt während ihres Urlaubs allein für Shopping 3000 Euro aus. Dabei geben sie bei einzelnen Händlern oft mehrere hundert Euro aus, heißt es bei dem Münchner Zahlungsdienstleister Wirecard, der als Partner von Alipay fungiert. Schon seit Ende 2015 können chinesische Touristen auf diese Weise in einzelnen Souvenirläden und an großen deutschen Flughäfen bezahlen.

Unbenanntes Dokument

Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

Bargeld Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab

Kleine Cent-Münzen soll es in Italien bald nicht mehr geben. Von 2018 an werden keine 1- und 2-Cent-Münzen mehr geprägt. Mehr 1

Name Kurs %
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --
Gold -- --

Abonnieren Sie „Finanzen“

Zur Homepage