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Börsengehandelte ETF : Die besten Indexfonds für jedermann

Die neue Art des Anlegens: Exchange Traded Funds Bild: dpa

Börsengehandelte Indexfonds haben die Geldanlage revolutioniert: Mit ihnen kann fast jeder Erfolg haben. Beim Kauf muss man allerdings ein paar Details beachten.

          Vor einigen Tagen gab Blackrock, die größte Fondsgesellschaft der Welt, eine Mitteilung heraus. Darin war die Rede von einer beeindruckenden Zahl, genaugenommen von 74 Milliarden Dollar, und von einem Kürzel, das aus drei Buchstaben besteht: ETF.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds (zu Deutsch: börsengehandelte Indexfonds) und war bis vor einiger Zeit nur Eingeweihten ein Begriff. Doch dies ändert sich gerade, was sich an der Zahl aus Blackrocks Mitteilung ablesen lässt: Die mächtige Fondsgesellschaft hat zwischen Anfang April und Ende Juni so viel Geld mit ihren ETF eingesammelt wie noch nie in einem Quartal, eben 74 Milliarden Dollar. Auch weltweit ist der Siegeszug der Indexfonds nicht aufzuhalten. Anleger haben derzeit mehr als 4100 Milliarden Dollar in ETF investiert, auch das ein nie dagewesener Wert.

          ETF sind eine neue Art des Anlegens, die sich in zwei Punkten von klassischen Investmentfonds unterscheidet. Zum einen kosten ETF in der Regel weniger Gebühren. Und zum anderen folgen sie einem Gedanken, für den der Finanzforscher Eugene Fama 2013 den Nobelpreis erhielt: Niemand, nicht einmal der cleverste Anleger, kann auf Dauer bessere Renditen erzielen als der Aktienmarkt als Ganzes. Denn dies würde bedeuten, im Vorhinein jene Aktien zu kennen, die sich besser entwickeln werden als der Rest. Hierzu lassen sich kluge Vermutungen anstellen, aber wirklich wissen kann dies kein Mensch.

          ETF schützt nicht vor Kursverlust

          Daraus leitet sich die simple Erkenntnis ab, dass es für Anleger am besten ist, auf den Aktienmarkt als Ganzes zu setzen. Genau diesem Prinzip folgen ETF. Steigt beispielsweise der Dax um drei Prozent, gewinnt auch ein Dax-ETF drei Prozent hinzu. Verliert der Dax dagegen drei Prozent, büßt auch der Dax-ETF drei Prozent an Wert ein. Dieser Grundgedanke leuchtet sofort ein. Das Problem ist nur: Auf welchen ETF genau lohnt es sich zu setzen? Schließlich gibt es allein auf den Dax viele ETF unterschiedlichster Anbieter, von anderen Anlageregionen ganz zu schweigen. Das Analysehaus Morningstar hat darum für die F.A.S. 20 gute ETF ausgewählt (siehe Tabelle).

          Bild: F.A.Z.

          Bevor man jetzt allerdings blind zugreift, gilt es, sich über ein paar Dinge Gedanken zu machen. Eines muss jedem Anleger bewusst sein: ETF können nicht vor Kursverlusten schützen, so einleuchtend ihr Bauprinzip auch sein mag. Wer den Markt kauft, verliert, wenn die Kurse fallen. Das ist gerade in diesen Sommertagen zu spüren, in denen der deutsche Aktienmarkt Anlegern keine Freude macht. Stand der Dax vor einigen Wochen noch davor, die Schwelle von 13.000 Punkten zu passieren, ist er nun auf 12.160 Punkte zurückgefallen. Daraus den Schluss zu ziehen, Aktien fernzubleiben, wäre aber ein Fehler, wenn man der Historie glauben darf: In der Vergangenheit erzielte der Dax im Durchschnitt ein Plus von acht Prozent pro Jahr.

          Vor dem Kauf kann es nicht schaden, sich ein wenig mit den eigenartigen Namen vieler ETF vertraut zu machen. Was zum Beispiel hat man sich unter dem ETF „iShares Core Dax“ vorzustellen? Hat man das Prinzip einmal begriffen, ist das leicht zu entschlüsseln. Vorne steht immer der Name der Fondsgesellschaft, die den ETF anbietet. In diesem Falle ist das iShares, die ETF-Tochtergesellschaft von Blackrock und Marktführer bei ETF. Darauf folgt das Wort „Core“ (zu Deutsch: Kern), was wichtig klingt, aber unbedeutend ist. Mit diesem Marketingausdruck bezeichnen die Gesellschaften gerne ETF, die sie selbst den Investoren als unverzichtbar ans Herz legen. Der letzte Namensbestandteil („Dax“) erklärt sich von selbst. Erst der Name des Anbieters, dann der Name des abgebildeten Börsenindex ist also das Muster. Häufig folgen dahinter noch ein paar unverständliche Buchstabenkombinationen, die Hinweise auf die rechtliche Ausgestaltung eines ETF geben, die aber für Anleger nicht wichtig sind.

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