Home
http://www.faz.net/-gv6-6yuuk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Die Aktie Alle wollen Facebook-Papiere

Es wird einer der größten Börsengänge der Geschichte: Im Mai stürmt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg aufs Parkett. Deutsche Firmen machen es ihm nach. Blind zugreifen sollten Anleger nicht: Die Neuemissionen bergen Risiken.

© Mart Klein und Miriam Migliazzi

Noch im Mai soll es so weit sein. Dann wird der schüchterne 27-Jährige, ein Studienabbrecher noch dazu, zu einem der ganz Großen der amerikanischen Börsenwelt aufsteigen: Mark Zuckerberg, König der Wall Street. Der Facebook-Gründer bringt sein Unternehmen an die Börse - und elektrisiert damit nicht nur die Fans des sozialen Netzwerks, sondern auch Finanzanalysten rund um den Globus. Alle wollen Facebook-Aktien.

Dennis Kremer Folgen:

Auch wenn das genaue Datum im Mai noch nicht feststeht: Dass es Zuckerbergs Tag werden wird, ist jetzt schon sicher. 100 Milliarden Dollar, so die Schätzungen, wird Facebook an der Börse wert sein. Zuckerbergs Anteil daran: rund 28 Milliarden Dollar. Der Computer-Nerd wird zum viertreichsten Amerikaner aufsteigen.

Facebook ist einer der größten Börsengänge in der Geschichte der Wall Street, und Zuckerberg und seine Leute bereiten sich mit aller Akribie darauf vor. An dem Emissionsprospekt beispielsweise, den sie im Februar vorlegten, hatte die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC so gut wie nichts zu beanstanden - bei Börsengängen dieser Größenordnung eine Seltenheit.

Börseneuphorie führt nicht sicher zu Gewinn

Und auch den Handel mit Privatanteilen auf Plattformen wie Sharespost bringt Facebook nun unter Kontrolle. Dort waren beispielsweise Aktienoptionen im Umlauf, mit denen Facebook in den Anfangsjahren Mitarbeiter geködert hatte. Den Handel mit solchen Anteilen zu unterbinden, ist eine weitere Voraussetzung für einen Börsengang. Dies zeigt, wie ernst Zuckerbergs Pläne sind.

Im fernen Deutschland scheint der Hype um Facebook die Emissionspläne der Unternehmen ebenfalls zu beflügeln: Nach monatelanger Flaute drängen jetzt mehrere Kandidaten aufs Börsenparkett. Beim Chemiekonzern Evonik soll es bis spätestens Ende Juni der Fall sein, Gleiches gilt für das Modelabel Schiesser. Im Laufe des Jahres wollen dann der Versicherer Talanx und Leuchtenfabrikant Osram nachziehen.

Doch eines bedeutet die neue Börseneuphorie gerade nicht: dass aus dem Tag der Erstnotiz auch mit Sicherheit ein Festtag für die neuen Aktionäre wird. Gerade für Privatanleger kann nämlich der Kauf von Börsendebütanten zu einem Verlustgeschäft werden.

„Ein erfreuliches Umfeld“

Sicher, auf den ersten Blick scheinen die Rahmenbedingungen für Kursgewinne derzeit so günstig zu sein wie lange nicht mehr: Die Ängste um die angeschlagenen Eurostaaten werden weniger, spiegelbildlich dazu befinden sich wichtige Weltbörsen wie der Dow Jones oder der Dax seit Jahresanfang im Höhenflug. „Die Stimmung der Marktteilnehmer ist gut, weil die Kursschwankungen zuletzt deutlich abgenommen haben“, sagt Ralf Darpe, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts Deutschland bei der Großbank Société Générale. „Das ist ein erfreuliches Umfeld für Börsengänge.“

Infografik / Geld und Mehr / Geplante Börsengänge Geplante Börsengänge © F.A.Z. Bilderstrecke 

Was spricht also dagegen, bei Facebook & Co. zuzugreifen? Michael Reuss, Chef der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen in München, ist ein begeisterter Aktieninvestor, bei Neuemissionen hält er sich jedoch zurück. „Bei einem Börsengang sind die Interessen eines Unternehmens und die seiner neuen Aktionäre diametral entgegengesetzt“, sagt er.

Sein Argument: Normalerweise profitieren sowohl eine Aktiengesellschaft als auch ihre Anteilseigner von einem steigenden Kurs - denn der erhöht zum einen den Börsenwert, also die Stärke eines Unternehmens. Und zum anderen bringt er auch das Depot der Aktionäre ins Plus.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ado macht Rückzieher Börsenpläne deutscher Unternehmen wackeln

Der deutsche Markt für Börsengänge schien mit vier Börsengängen in Bewegung zu kommen. Nun sind es nur noch drei: Ado Properties hat verschoben. Auch für andere sieht es nicht gut aus. Mehr

29.06.2015, 17:26 Uhr | Finanzen
Börsengang Die Rocket-Aktie rockt nicht

In den ersten Minuten nach Handelsstart stürzte die Aktie der Online-Holding ab. Die Samwer-Brüder waren nach eigenen Worten dennoch sehr zufrieden mit dem Debüt. Mehr

19.01.2015, 10:41 Uhr | Wirtschaft
Marktbericht Versorger-Aktionäre sorgen sich vor der Politik

Die Politik steuert auf eine neue Lösung in Sachen Energie zu – und die Kurse der Energieversorger gehen zurück. Mehr

25.06.2015, 18:37 Uhr | Finanzen
Wien Datenschützer wollen gegen Facebook klagen

Facebook will die österreichische Sammelklage von 25.000 Nutzern wegen mangelnden Datenschutzes seinerseits verhindern. Das Online-Netzwerk argumentierte am Donnerstag, das Landesgericht Wien sei gar nicht für das von einem Studenten angestrengte Verfahren zuständig. So will Facebook einen möglicherweise langen Prozess mit offenem Ausgang abwenden. Mehr

01.07.2015, 11:22 Uhr | Wirtschaft
Emissionsgeschäft Gedränge auf dem Weg zur Börse

Das gab es schon lange nicht mehr: Vier Unternehmen versuchen gleichzeitig den Sprung auf’s Parkett. Doch hohe Kursschwankungen erschweren eine Plazierung derzeit. Mehr Von Hanno Mußler und Martin Hock

24.06.2015, 13:27 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.04.2012, 14:14 Uhr

Suchmaschinen-Fasten Ohne Google

Kann man ohne Google leben? Die Suchmaschine ist so allgegenwärtig und wie unauffällig. Unsere Autorin hat eine googlefreie Woche hinter sich. Mehr Von Inge Kloepfer 22 23

Wertpapiersuche