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Zinserhöhung Australischer Dollar wertet weiter auf

06.10.2009 ·  Der „Aussie-Dollar“ gehörte in den vergangenen Monaten zu den stärksten Währungen weltweit. Nachdem die Zentralbank den Leitzins den Leitzins zum ersten Mal seit Monaten um 0,25 Prozentpunkte erhöhte, legt er im Trend weiter zu.

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Mit Kursgewinnen von knapp 26 und 19 Prozent seit Anfang März gegen den an sich schon starken Euro gehören neuseeländischer und australischer Dollar zu den stärksten Währungen weltweit. Am Dienstag legt der australische Dollar gegen sein amerikanisches Pendant weitere 1,1 Prozent auf 88,74 Cent und gegen den Euro um ein knapp halbes Prozent zu auf 1,662 australische Dollar je Euro.

Am europäischen Morgen zeigte sich, wieso. Denn die australische Zentralbank hat den Leitzins erhöht und damit als erste Notenbank der G-20-Staaten begonnen, den im Zuge der Finanzkrise eingebrachten geldpolitischen Stimulus zurückzufahren.

Erster Schritt im Rahmen eines „Zinserhöhungszyklus“?

Wie die Reserve Bank of Australia (RBA) mitteilte, wurde der Zielsatz für Tagesgeld um 25 Basis- oder 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent angehoben. An den Finanzmärkten war dieser Schritt mehrheitlich erwartet worden, nachdem die Notenbank schon in den vergangenen Wochen entsprechende Signale ausgesendet hatte.

RBA-Gouverneur Glenn Stevens deutete in seinem Begleittext an, dass diese Zinsstraffung der erste Schritt in einem Erhöhungszyklus sein könnte, um das Zinsniveau zu normalisieren. Im Herbst 2008 und Frühjahr 2009 seien die Zinsen in Erwartung einer sehr schwachen Wirtschaft und beträchtlichen Abwärtsrisiken gesenkt worden. „Die Basis für ein solch niedriges Zinsniveau ist nun nicht mehr gegeben“, erklärte der Währungshüter.

Die Inflation werde auf kurze Sicht zwar wegen einer moderaten Lohnentwicklung und der nachwirkenden Basiseffekte aus dem Rohstoffbereich weiter fallen, allerdings nicht so stark wie angenommen. Da auch Wachstums- und Inflationserwartungen nahe am Trend und der Zielzone lägen, werde die lockere Geldpolitik hinfällig.

Australien hatte in den vergangenen Monaten als einziges Industrieland eine Rezession wegen der historisch schnellen Zinslockerungen der Notenbank und einem großen Konjunkturpaket der Regierung knapp vermeiden können. Allerdings gingen die Wachstumsraten deutlich zurück. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres hatte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 0,6 Prozent zugelegt, nachdem es im ersten Quartal um 0,3 Prozent und im vierten Quartal des vergangenen Jahres um 0,7 Prozent gewachsen war.

Australien lebt stark von der „Asienphantasie“ der Anleger

Während sich die Stimmung im Produktionsbereich zuletzt ebenso normalisiert hatte wie die Lage am australischen Arbeitsmarkt - die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen hatte im September und August im Vergleich mit den Vormonaten um 4,4 und 4,1 Prozent zugenommen - bleibt die Nachfrage nach Privatkrediten jedoch im Vergleich mit den vergangenen Jahren des Booms noch verhalten. Die im August vergebenen Kredite nahmen im Vergleich zum Vorjahr gerade einmal um 2,5 Prozent zu, während die Wachstumsrate im Dezember des Jahres 2007 noch einen Spitzenwert von 16,4 Prozent erreicht hatte. Die australischen Konsumenten scheinen zurückhaltend zu bleiben, obwohl das Verbrauchervertrauen in den vergangenen Monaten deutlich angezogen und im September sogar ein überdurchschnittliches Niveau erreicht hat.

Australien lebt stark von der Phantasie der Anleger hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in Asien. Das bisher statistisch ausgewiesene Wachstum in China und die Nachfrage auch nach Australiens Rohstoffen, macht die Wirtschaft des Landes vergleichsweise robust und versetzt es bislang in die Lage, das Leistungsbilanzdefizit in Grenzen zu halten. In diesem Umfeld bleibt auch die Zinsphantasie erhalten, was der Währung zusammen mit dem einmal etablierten Trend bis auf weiteres Auftrieb geben kann.

Absicherungsstrategien können jedoch nicht schaden. Denn optimistische Wachstumserwartungen scheinen längst in relativ unrealistische Euphorie umgeschlagen zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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