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Yen-Spekulationen Soros’ Hedgefonds verdient Milliarden

 ·  Mit ihren Wetten auf eine Yen-Abwertung haben mehrere Hedgefonds Milliardengewinne eingefahren. Der bekannte Investor George Soros verdiente allein mehr als eine Milliarde Dollar. Er vereint politische und finanzielle Interessen.

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© REUTERS Vergrößern Präsentiert sich gerne als neutraler Beobachter der Politik: George Soros

Große amerikanische Hedgefonds haben in den vergangenen Monaten mit Wetten auf eine Abwertung des japanischen Yen Milliardengewinne gemacht. Allein George Soros, der in den neunziger Jahren mit einer Wette gegen das britische Pfund berühmt geworden war, hat mit diesen Geschäften seit November fast 1 Milliarde Dollar verdient. Zu den anderen erfolgreichen Hedgefonds-Managern gehören nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ David Einhorn, der Gründer von Greenlight Capital, Daniel Loeb (Third Point) und Kyle Bass (Hayman Capital). Die Engagements der Hedgefonds haben zusätzlichen Druck auf den Yen ausgeübt, der in den vergangenen vier Monaten gegenüber dem amerikanischen Dollar um fast 20 Prozent abgewertet hatte.

Die Fondsgesellschaft des 82 Jahre alten George Soros gehört nach dem Zeitungsbericht zu den größten Profiteuren des Yen-Geschäfts. Soros Fund Management verwaltet derzeit ein Vermögen von insgesamt 24 Milliarden Dollar für Soros und seine Familie. Davon werden 9 Milliarden Dollar allerdings im Auftrag von Soros von anderen Gesellschaften gemanagt. Soros setzt auch auf japanische Aktien, deren Kurse in Folge der lockeren Geldpolitik stark gestiegen sind. Rund 10 Prozent des internen Portfolios soll derzeit aus Aktien japanischer Unternehmen bestehen.

Bekenntnis zu freien Wechselkursen

Soros hat sich schon vor Jahren aus dem aktiven Fondsmanagement zurück gezogen, hat aber als bedeutender Geldgeber nach wie vor Interessen in der Hedgefondsbranche. Gleichzeitig engagiert sich Soros in der Öffentlichkeit als Philanthrop und als Ratgeber für die Politik. So verbindet der gebürtige Ungar Forderungen nach einem Erhalt des Euro mit heftiger Kritik an der Politik der Bundesregierung und fordert, Deutschland solle aus der Währungsunion austreten. Soros, der auch die Wirtschaftswissenschaften finanziell fördert, präsentiert sich gerne als neutraler Beobachter der Politik. Sein Hedgefonds gehört allerdings zur Kategorie der sogenannten Global-Macro-Fonds, die sich stark auf den Märkten wie dem Devisenmarkt engagieren, die durch politisches Handeln beeinflusst werden können.

Ausgelöst wurde die jüngste Talfahrt des Yen von einer extremen Lockerung der japanischen Geldpolitik. Das hatte an den Märkten die Angst vor einem globalen „Währungskrieg“ ausgelöst, also einem Abwertungswettlauf unter den Industriestaaten, die gegenüber Japan konkurrenzfähig bleiben müssen. Exporte werden durch einen geringeren Außenwert der heimischen Währung günstiger.

Die sieben führenden Industrienationen (G7), zu denen Japan gehört, hatten am vergangenen Dienstag ein Bekenntnis zu freien, von den Märkten bestimmten Wechselkursen abgegeben, um die Debatte um einen Währungskrieg zu beenden. Der japanische Finanzminister Taro Aso wies nach einer gemeinsamen Erklärung naheliegende Überlegungen zurück, dass die anderen Mitglieder der Siebenergruppe Kritik an Japan geäußert hätten. In einem ungewöhnlichen Schritt widersprach ein Vertreter eines anderen G7-Mitglieds dieser Einschätzung. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte vor einem Abwertungswettlauf gewarnt, der am Ende „nur Verlierer“ kennen würde.

Nichts für zarte Gemüter

Hedgefonds begannen Ende 2012, massiv Yen zu verkaufen, noch vor der Wahl von Shinzo Abe zum japanischen Ministerpräsidenten Mitte Dezember. Nach der Wahl hatte sich die Zentralbank unter Abes Druck zu einer weiteren Lockerung entschieden und das Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen aufgestockt. Das wurde nötig, weil der Leitzins schon bei nahe null Prozent liegt. Abe verlangt ein verbindliches Inflationsziel von 2 Prozent. Bis dieses Ziel erreicht ist und Japan seine leichte Deflation überwunden hat, soll die Zentralbank an der aggressiven Geldpolitik festhalten. Abe fordert auch einen gemeinsamen Fonds von Zentralbank, Finanzministerium und privaten Banken, der ausländische Staatsanleihen kauft, um den Yen gegenüber Dollar und Euro zu schwächen.

Eine Wette gegen den Yen ist nichts für zarte Gemüter. Versuche der japanischen Regierung, die Währung abzuwerten und die Wirtschaft und den Aktienmarkt in Schwung zu bringen, waren in den vergangenen Jahren wiederholt gescheitert. Viele auf makroökonomische Trends spezialisierte Händler gerieten in Schieflage. „Man ist kein Makro-Händler, wenn man noch nie Geld mit Wetten gegen Japan verloren hat“, sagte ein Händler. Davon kann auch Soros ein trauriges Lied singen. Sein früherer Quantum-Fonds verlor im Jahr 1994 mit einer Spekulation gegen den Yen 700 Millionen Dollar.

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