17.12.2008 · Die extrem lockere Geld- und Zinspolitik in den Vereinigten Staaten macht sich am Devisenmarkt bemerkbar. Der Yen steht kurz vor einem Allzeithoch gegen den Dollar, während das Pfund gegen den Euro von Tief zu Tief fällt.
Die extrem lockere Geld- und Zinspolitik in den Vereinigten Staaten macht sich kurzfristig nicht nur an den Börsen, sondern auch am Devisenmarkt bemerkbar.
So hat der Euro alleine vom Dienstag auf den Mittwoch gegen den Dollar um knapp sechs Prozent zugelegt von 1,3630 Dollar auf bis zu 1,4438 Dollar, sondern auch der Yen hat den Aufwertungstrend der vergangenen Wochen fortgesetzt auf bis zu 87,15 Yen je Dollar.
Yen steht kurz vor einem Allzeithoch gegen den Dollar
Das ist nicht nur der tiefste Kurs seit 13 Jahren, sondern die japanische Währung steht kurz vor einem Allzeithoch gegen ihr amerikanisches Pendant. In Japan wird zwar inzwischen begonnen, rhetorisch gegen eine weitere Aufwertung der eigenen Währung zu intervenieren. Allerdings stellt sich die Frage, ob Interventionen überhaupt etwas bringen könnten. Denn sie kommen normalerweise nicht gegen die fundamentalen Kräfte des Marktes an.
Und genau diese sprechen im Moment eher für den Yen und gegen den Dollar. Nach den massiven Zinssenkungen der amerikanischen Zentralbank gibt es zumindest am kurzen Laufzeitende keinen Zinsunterschied mehr, während er bei längeren Laufzeiten in den vergangenen Wochen deutlich zurückging. Alleine am Dienstag hatten die Kurse amerikanischer Treasuries mit einer Laufzeit von zehn Jahren um 2 13/32 zugelegt und die Rendite war von 2,614 auf 2,257 Prozent gefallen. Am Mittwoch liegt sie sogar nur noch bei 2,208 Prozent. Japanische Staatsanleihen mit vergleichbarer Laufzeit rentieren mit 1,281 Prozent.
Eine Renditedifferenz von weniger als einem Prozentpunkt ist für japanische Anleger angesichts der Wechselkursrisiken kaum attraktiv. Sollten die Kurse der amerikanischen Anleihen - unter anderem getrieben von möglichen Käufen der amerikanischen Zentralbank - weiter nach oben laufen, dürften Gewinnmitnahmen und die Repatriierung der Mittel nach Japan und auch in andere Regionen kaum überraschen. Das würde den Dollar so lange unter Druck bringen, bis die Renditedifferenzen wieder ein vergleichsweise attraktives Maß erreicht hätten.
Das Pfund fällt gegen den Euro von Tief zu Tief
Während in Japan der Yen nach dem Platzen der Aktien- und Immobilienmarktblase zunächst aufwertete, ging die Währung in die Defensive, nachdem die Bank of Japan mit Interventionen und mit den „Lockerungsübungen“ begann, die die amerikanische Zentralbank nun auch mit Vehemenz verfolgt. Im Rahmen dieser Erfahrung würde eine gewisse Dollarschwäche kaum überraschen können.
Das Pfund wertet gegen den Euro schon seit Wochen dramatisch. Die Kursbewegung lässt sich aus der Erwartung ableiten, die britische Zentralbank werde angesichts der wirtschaftlichen Schwäche des Landes einen ähnlich aggressiven Kurs in der Geldpolitik verfolgen, wie die amerikanische Zentralbank. Immerhin hat sie in den Leitzins in den vergangenen Wochen massiv gesenkt auf zuletzt zwei Prozent. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte er noch bei 5,75 Prozent gelegen.
Tatsächlich zeigen die jüngsten Daten vom Mittwoch, das das Wachstum der Lohneinkommen im Trend weiter abnimmt. Es lag im Oktober noch bei 3,3 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen haben in Großbritannien in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Alleine im November nahmen die Arbeitslosenansprüche um 75.700 zu. Das ist der höchste Wert seit April des Jahres 1991. Aus diesem Grund legt der Euro alleine am Mittwoch gegen das Pfund um knapp zwei Prozent zu auf 92 Pence. Das ist der höchste Stand aller Zeiten. Weitere Rekordmarken scheinen zumindest kurzfristig absehbar zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |