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Währungsreform Nordkorea streicht zwei Nullen

01.12.2009 ·  Als ob es Nordkoreaner nicht schon schwer genug hätten: Nun streicht die Regierung in Pjöngjang auch nach zwei Nullen an der Landeswährung, wodurch die Sparguthaben drastisch beschnitten werden.

Von Patrick Welter, Tokio
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Nordkorea streicht nach Medienberichten in einer Währungsreform zwei Nullen der Landeswährung Won. Die Währungsreform, die erste seit 17 Jahren, sei am Montag überraschend angeordnet worden und führe zur großen Verärgerung in der Bevölkerung, berichteten südkoreanische Medien am Dienstag mit Verweis auf Quellen in Nordkorea und nordkoreanische Handelsbeauftragte in China.

Die alten Won werden im Verhältnis 100:1 in neue Won umgetauscht. Das Regime habe den Menschen nur erlaubt, je Person 100 000 Won umzutauschen, heißt es. Das Durchschnittseinkommen in Nordkorea liegt bei 4000 Won; der offizielle Wechselkurs bei 135 alten Won je Dollar, wobei der Schwarzmarktkurs weit höher liegt. Der Kurs soll sich noch weiter verschlechtert haben, nachdem viele Menschen in Nordkorea versuchten, ihre Schwarzmarktersparnisse in Dollar oder Yen zu tauschen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Wider den Schmuggel und die privaten Märkte

Südkoreas Regierung in Seoul konnte die Berichte am Dienstag nicht bestätigen. Die Botschaften in Pjöngjang seien am Dienstag über den Währungsschnitt mündlich informiert worden, schreibt Yonhap. Fachleute in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul vermuten, dass das Regime in Pjöngjang mit dem Währungsschnitt nicht nur die Inflation bekämpfen, sondern auch die privaten Märkte in Nordkorea klein halten wolle. Das zentralwirtschaftlich organisierte Land hat seit Hungersnöten in den neunziger Jahren widerstrebend private Märkte erst geduldet und letztlich zugelassen, auf denen Nahrungsmittel und eingeschmuggelte Waren gehandelt werden.

Mit dem Währungsumtausch werden die erwirtschafteten und ersparten Guthaben der Händler drastisch beschnitten. In den vergangenen Jahren hat die Regierung in Pjöngjang die freien Märkte schon strengen Regulierungen unterworfen, um ihr Aufblühen zu behindern. Nur bestimmte Waren wie Lebensmittel, Schuhe oder Taschen dürfen auf den Märkten gehandelt werden. Die Öffnungszeiten wurden begrenzt und das Alter der Händler weit nach oben gesetzt.

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