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Währungskurse : Amerikanischer Dollar im Höhenflug

Der Wert des Dollar steigt Bild: AFP

Die Aussicht auf das Ende der extrem lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank beflügelt den Greenback. Die Mitglieder der Notenbank wollen aber erst eine weitere Erholung des Arbeitsmarkts abwarten.

          Der amerikanische Dollar befindet sich im Höhenflug. Gegenüber mehreren wichtigen Währungen kletterte der Wert des Dollar in dieser Woche auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Gestützt wird der Trend von der Aussicht auf ein Ende der extrem lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed. Gleichzeitig signalisieren andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) oder die Bank von Japan, dass sie an ihrer Politik des billigen Geldes auf unbestimmte Zeit festhalten werden.

          Niedrige Zinsen über längeren Zeitraum

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Der Euro fiel am Dienstag bis auf 1,2754 Dollar - das tiefste Niveau seit drei Monaten, nachdem EZB-Direktor Jörg Asmussen in einem Interview gesagt hatte, die in der vergangenen Woche von Notenbankpräsident Mario Draghi angekündigten Niedrigstzinsen würden mehr als ein Jahr gelten. Die EZB teilte danach mit, dass Asmussen keine Leitlinie für die genaue Länge der Niedrigzinsphase geben wollte. Am Mittwoch wertete der Euro wieder leicht auf und wurde zeitweilig mit Kursen von 1,2850 Dollar gehandelt.

          Bild: F.A.Z.

          EZB-Präsident Draghi hatte in der vergangenen Woche gesagt, dass die Zinsen für einen längeren Zeitraum auf dem derzeitigen niedrigen Niveau bleiben und möglicherweise noch weiter gesenkt würden. Es war das erste Mal, dass sich die EZB überhaupt zur künftigen Zinspolitik äußerte, was die Wucht der Stellungnahme an den Märkten noch verstärkte. Auch die Bank von England hatte signalisiert, dass ein Ende der lockeren Geldpolitik noch in weiter Ferne liege.

          „Auseinanderlaufende Erwartungen für die Geldpolitik der globalen Notenbanken stehen im Zentrum des Dollar-Anstiegs“, sagte Joe Manimbo, Marktanalyst beim Geldversender Western Union gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Dollar-Index, der den Wert des sogenannten Greenback gegen einen Korb von sechs Währungen misst, war am Dienstag bis auf 84,753 Punkte geklettert, den höchsten Wert seit Juli 2010. Am Mittwoch fiel der Index um 0,5 Prozent auf 84,316 Punkte zurück.

          Amerikanischer Arbeitsmarkt erholt sich

          An den Finanzmärkten wird seit geraumer Zeit darauf spekuliert, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve ihre lockere Geldpolitik in absehbarer Zeit zurückfahren wird. Das hatte schon zu deutlich gestiegenen Renditen für amerikanische Staatsanleihen geführt. Ben Bernanke, der Vorsitzende der Fed, hatte im Juni nach der Sitzung des Offenmarktausschusses angekündigt, dass die Notenbank ihre derzeitigen Anleihenkäufe noch vor Jahresende verringern und bis Mitte des kommenden Jahres ganz einstellen könnte.

          Die Fed erwirbt derzeit Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Wert von 85 Milliarden Dollar im Monat, um die langfristigen Zinsen zu senken und auf diese Weise für Wirtschaftswachstum zu sorgen. Bernanke betonte, dass sich die Fed bei der Entscheidung für das Ende dieser sogenannten quantitativen Lockerung von der wirtschaftlichen Entwicklung leiten lassen wird. Als Richtmarke nannte Bernanke eine Arbeitslosenquote von 7 Prozent. Da die jüngsten Arbeitsmarktdaten überraschend positiv ausgefallen waren, rechneten Akteure an den Finanzmärkten zuletzt damit, dass die Fed ihre Anleihenkäufe schon im September zurückfahren wird.

          Das am Mittwochnachmittag (Ortszeit) veröffentlichte Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung zeigte allerdings, dass viele Mitglieder der Notenbank erst weitere Zeichen für eine Erholung des Arbeitsmarktes abwarten wollen, bevor sie das Kaufprogramm für Anleihen reduzieren. Der Dollar reagierte darauf im späten New Yorker Handel mit weiteren Abschlägen. Die Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im Juni aufgehellt. Außerhalb der Landwirtschaft wurden 195000 neue Stellen geschaffen, obwohl Ökonomen nur mit einem Plus von 165000 kalkuliert hatten. Die Arbeitslosenquote verharrte zwar bei 7,6 Prozent. Da aber im Juni mehr Menschen zurück in den Arbeitsmarkt drängten, wurde das ebenfalls als positiver Trend gewertet.

          Quelle: F.A.Z.

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