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Währungen Protektionismuspotential schadet Dollar und Börsen

30.03.2007 ·  Mit Kursverlusten reagieren die internationalen Börsen und vor allem auch der Dollar gegen Euro und Yen auf die Mitteilung, die Vereinigten Staaten würden chinesische Waren mit Importzöllen belegen können.

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Mit Kursverlusten reagieren die internationalen Börsen und vor allem auch der Dollar gegen Euro und Yen auf die Mitteilung, die Vereinigten Staaten würden chinesische Waren mit Importzöllen belegen können, um auf diese Weise Exportsubventionen Chinas auszugleichen.

Der Dow Jones Index fiel unmittelbar nach der Bekanntgabe von 12.389 auf bis zu 12.381 Zähler. Der Kurs von Euro gegen Dollar stieg von 1,3289 auf bis zu 1,3395 Dollar, nachdem der Dollar gegen Euro und Yen zuvor aufgrund eines überraschend positiv ausgefallenen Chicago Purchasing Manager Index hatte leicht zulegen können. Gegen den Yen sieht die Bewegung ähnlich aus. Hatte die japanische Währung am Freitagnachmittag noch Kurse von bis zu 118,40 Yen je Dollar erreicht, so liegt sie am frühen europäischen Abend bei 117,46 Yen je Dollar.

Protektionismus hat in der Vergangenheit zu großen Krisen geführt

Die Nervosität im Markt ist groß, vor allem die Indizes an der Wall Street schwanken deutlich. Das dürfte kaum verwundern. Denn zunehmender Protektionismus hat im vergangenen Jahrhundert in letzter Konsequenz zu großen Krisen geführt. Angesichts der makroökonomischen Ungleichgewichte dürfte das auch im gegenwärtigen Umfeld nicht völlig ausgeschlossen sein.

Immerhin sind die Vereinigten Staaten einerseits auf hohe Kapitalimporte angewiesen. Dabei können sie sich bisher auf die hohen Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse in vielen asiatischen Exportstaaten und in den Ölländern verlassen, die zu einem großen Teil an die amerikanischen Finanzmärkte flossen. Das heißt, die aufgrund der Exportsubventionen und der künstlich tief gehaltenen Währung in China erzielten Währungsüberschüsse waren und sind bisher vorteilhaft für die Vereinigten Staaten.

Gleichzeitig haben die tiefen Preise für Importgüter aus Asien dazu geführt, dass sich Löhne und die offiziellen Preisindizes in den westlichen Staaten vergleichsweise moderat entwickelten, ob ein gewisser Preisdruck über die Energie- und Rohstoffpreisschiene nicht zu verleugnen ist. Immerhin verharren sowohl in den Vereinigten Staaten und auch in Europa die Preisindizes auf einem vergleichsweise hohen Niveau, obwohl die zum Teil stark gestiegenen Vermögenspreise nicht darin enthalten sind.

Sand im Getriebe der Finanzmärkte

Sollten alle diese Vorteile wenn nicht gar völlig wegfallen, sondern auch nur abnehmen, so würde das zumindest Sand ins Getriebe der bisher für die Finanzmärkte vorteilhaften Konstellation streuen können. Denn erstens können und werden die Importpreise in den Vereinigten Staaten steigen und auf diese Weise die Preisentwicklung im Inland antreiben, ohne aufgrund der großen Preisunterschiede zwischen heimischen und fremden Produkten die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Zweitens besteht immerhin die Möglichkeit, dass es zu Gegenbewegungen kommt, die die Kapitalkosten in den Vereinigten Staaten steigen lassen könnten. Das gälte dann, wenn Staaten, die von solchen Zöllen betroffen wären, nicht mehr so viele amerikanischen Wertpapier wie bisher erwürben, sondern stattdessen beispielsweise strategische Rohstoffreserven anlegten oder in andere Währungen diversifizierten. Immerhin nimmt der Anteil des Euro an den Weltwährungsreserven immer weiter zu.

Das sind nur zwei Aspekte aller nur denkbaren Konsequenzen, die zunehmender Protektionismus mit sich bringen können. In diesem Sinne ist die Nervosität der Finanzmärkte verständlich. Aus charttechnischer Sicht hat der Euro einen weiteren Anlauf auf den Ausbruch nach oben aus der in den vergangenen zwei Jahren etablierten Dreiecksformation unternommen. Der Yen dagegen befindet sich weiterhin in der volatilen Seitwärtsbewegung der vergangenen neun Monate.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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